Kolumne Unsere Woche: Zahlen sagen eben doch nicht alles aus

Kolumne Unsere Woche : Zahlen sagen eben doch nicht alles aus

Sie scheinen fürs erste vorbei, die nun guten alten Zeiten, in denen eine bundesweite Umfrage nach der anderen Lebensqualität und Leistung im Saarland anpries. Anders als seinerzeit hob nun kein Jubel an, als das ZDF in dieser Woche eine bundesweite Umfrage veröffentlichte: „Wo in Deutschland leben Familen am besten?

“ Antwort: Jedenfalls nicht im Saarland, auch nicht im Kreis Saarlouis. Platz 273 von 401. Da wundert uns schon, dass der Kreis bei „Bildung und Soziales“ auf Rang 325 steht. „Schulabgänger ohne Schulabschluss“ auf Rang 127 - aber hatten wir nicht viel bessere Zahlen im Kopf? Bei „Gleichstellung von Mann und Frau“ ein übler Platz von 392 (von 401!). Kann das sein? Der ganze Bereich Freizeit schneidet nur deshalb so gut ab (77), weil der Kreis mit Platz 13 (von 401!) bei der Gastronomie eingestuft wurde. Ist das so gut hier? Wegen der beiden Sterne-Lokale im  Kreis? Nein, Begründung: wegen der Zahl der Gaststätten, Kneipen, Eiscafés etc. pro 10 000 Einwohner. Wir kommen den Rätseln schon näher. Zahlen sind das eine, ihre Aussagekraft das andere. Gastronomie also messen an der Zahl der Kneipen und Co.? Da denkt der Saarländer wohl eher qualitativ als quantitativ, und schon würde sich eine andere Wertung ergeben. Ein Schlussplatz 374 bei der Quote der 60-65-Jährigen, die noch im Beruf sind: Schlecht? Oder hat das was mit Leben zu tun? Eine andere Umfrage, von HDI, sagt auch: Nur 60 Prozent der Saarländer ist es wichtig, sich im Beruf zu verwirklichen. OK. Aber ist das schlecht? Oder gut?

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