Kolumne Saarlouis: Schwitzen und Schwafeln auf dem Podium

Kolumne : Schwitzen und Schwafeln im Podium

In Wahlkampfzeiten zeigen sich die Lokalpolitiker immer gerne und oft hautnah: Bei Eröffnungen und Spatenstichen aller Art, die sich wunderlicherweise häufen, je näher der Wahltermin rückt, am Wahlkampfstand vor dem Einkaufsmarkt, beim Fassanstich, an der Haustür.

Doch lernt man seine Kandidaten da wirklich kennen? Direktwahlen sind Personenwahlen; da zählt vielfach nicht nur das Wahlprogramm, sondern auch, wie sympathisch jemand rüberkommt.

Eine gute Gelegenheit, sich selbst ein Bild von den zahlreichen Direktwahlkandidaten zu machen, bieten die Podiumsdiskussionen in den Städten und Gemeinden. Wie überzeugend ist mein Favorit noch, wenn er auf der Bühne Fragen beantworten muss? Kommt er schnell ins Schwitzen, neigt er zum endlosen Schwafeln? Wie schlägt er oder sie sich in einer hitzigen Diskussion? Wird er oder sie bissig, arrogant oder kleinlaut?

Bei diesen Diskussionsrunden hört man inhaltlich selten etwas Neues, klar; die Kandidaten spulen ihr Wahlprogramm ab. Dafür erlebt man die Bewerber in einer Stresssituation. Und die Zwischentöne, das Nicht-Gesagte sind das Interessante, die Mimik und Gestik. Wie selbstsicher tritt jemand auf, wie verhält er sich gegenüber seinen Mitbewerbern, gegenüber dem Publikum? Und dann hinterlässt manch einer doch einen stärkeren oder schwächeren Eindruck als auf dem Flyer.