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Kolumne Lock-Buch: Frust wegen Corona kann Nicole Bastong wegschreien

Registrierungspflichtiger Inhalt: Kolumne Lock-Buch : Frust schieben ist erlaubt

Großer Frust zu Hause...es war natürlich zu erwarten, dass dem wochenlangen „Lockdown light“ der „harte Lockdown“ folgt und dass es noch vor Weihnachten geschieht, überrascht auch nicht wirklich, wenn man täglich die Infektionszahlen verfolgt.

Ich finde die Maßnahmen notwendig und richtig. Trotzdem: Wie soll man sich die Lage noch schön reden, was will man den meckernden und jammernden Kindern noch sagen? „Wenn wir uns alle immer schön an die Regeln halten, haben wir das bald hinter uns?“ Zieht inzwischen auch nicht mehr. Denn wir haben uns ja daran gehalten.

Und ja, ich gebe es zu: Ich bin selbst frustriert – nach wieder wochenlangem Einigeln zu Hause, Kontaktsperre zu Freunden und Familie und vor allem ohne Aussicht auf Besserung. Es glaubt ja wohl kaum noch jemand, dass Schulen und Kitas, Gastronomie und Geschäfte am 10. Januar wieder öffnen.

Es macht traurig, den kleinen Sohn zu vertrösten, weil er „sooooo gern“ mal wieder zur Oma will. Oder den Großen, der einfach wie jeder Teenie Zeit mit seinen Freunden verbringen will, raus will, was erleben will, immer nur am Bildschirm zu sehen.

Was macht diese Isolation mit uns, mit unseren Kindern? Wie wird die Pandemie unsere Gesellschaft verändern, im Großen wie im Kleinen? Viele Fragen, viele Sorgen, die uns alle beschäftigen.

Ab und zu ein bisschen Frust schieben ist auch erlaubt und notwendig: Holz hacken, Teig kneten, Garten umgraben oder einfach mal in den Wald rennen und „Scheiß Corona!“ schreien. Es hilft. Und danach geht’s wieder weiter.

An dieser Stelle beschreiben die Mitarbeiter der SZ-Redaktion Saarlouis im täglichen Wechsel ihre persönlichen Gedanken und Eindrücke während des Lockdowns.