Klappern und fliegende Glocken

Kurz vor Ostern verändert sich immer wieder die Welt. Da gibt es auf einmal überraschend vieles, was es sonst nicht gibt. Los geht es zum Beispiel mit den Palmen, die jetzt am Palmsonntag gesegnet wurden. Das sind allerdings gar keine Palmen, denn die wachsen in unseren Breiten halt nicht so häufig, und darum lassen sie ihre großen Wedel meistens vom Buchsbaum mit seinen winzigen Blättchen doubeln.

Auch der Palmhase ist so eine Rarität - denn auch den gibt es nur an diesem einzigen (Palm-)Sonntag im Jahr und er bereitet schon mal auf den Osterhasen mit seinen ganz speziellen Eigenheiten vor. Denn wer hat jemals einen eierlegenden Hasen gesehen? Vor allem einen, der in Schokolade gegossen auf üppig gefüllten Nestern thront.

Aber auch fliegende Glocken gibt es in dieser Woche. Am Gründonnerstag machen sich diese tonnenschweren Klangkörper aus eigener Kraft auf den weiten Weg nach Rom, um dort ihren Segen abzuholen, und zurück, damit sie zum Osterfest wieder in voller Lautstärke läuten. Damit aber die Menschen an den beiden Tagen nicht auf ihren gewohnten Geräuschpegel verzichten müssen, machen sich Kinder mit Ratschen und Klappern auf den Weg. Mit ihrem - mehr oder auch weniger - rhythmischen Geratsche und Geklapper machen sie eine Art von Musik - und zeigen, wie schön doch das Glockengeläut klingt.