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Apropos Kinder
Hätten Sie’s gewusst?

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Kinder sind ja manchmal schon was Herziges. Vor allem, wenn sie noch klein sind. Während für uns vieles selbstverständlich ist und wir über manche Redewendungen gar nicht mehr nachdenken, fällt den Kindern schon mal auf, was wir da so reden. Von Astrid Dörr

„Leg doch mal den Hörer auf die Gabel“, sagt man in Zeiten von Smartphone zwar eher noch selten. Zugegeben. Aber die Älteren unter uns kennen zumindest noch die Schlagworte. Die Jungen schauen da eher etwas erstaunt. Welchen Hörer und auf welche Gabel bitte? So geschehen in einer Familie, als der kleine Enkel sagt: „Mit der Gabel isst man doch, oder?“ Recht hat er. Und dass im Saarland vieles anders ist, konnte jüngst ein Siebenjähriger feststellen. Zu Besuch bei seiner Oma in Saarbrücken, meinte die Oma samstags: „So, Paul, jetzt gehen wir die Straße kehren. Du kannst mir dabei helfen.“ Da staunte der Kleine nicht schlecht, der in Wiesbaden wohnt: „Oma, bei uns macht das die Kehrmaschine.“


Und passend zu Ostern, kennt sicher jeder: „Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts!“ Wer hat diesen Spruch nicht schon gesagt? Was er bedeutet, wissen sicher die meisten. „Keine Ahnung“, „Ich hab nichts mit der Sache zu tun“. Ganz klar. Aber was haben Hasen damit zu tun? Hasen haben gar nichts mit dieser Redensart zu tun. Die Redewendung geht auf einen Mann zurück, der Hase mit Nachnamen hieß. Victor von Hase war ein Jurastudent in Heidelberg, der sich im Jahr 1855 vor Gericht verantworten musste. Er soll damals einem Freund zur Flucht verholfen haben, weil dieser zuvor einen Studenten im Duell erschossen hatte. Als sich Victor von Hase vor Gericht zu dem Fall äußern sollte, sagte er nur: „Mein Name ist Hase; ich weiß von nichts.“