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Wochenkolumne
Information im Image-Tief

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Informationen. Die geben sogar unserer Ära einen Namen: „Informationszeitalter“. Dazu kann einer aus unserer Branche schwerlich was Schlechtes sagen. „Ihr verdient doch euer Geld damit“, wäre der naheliegende Hinweis, wenn wir es täten. Von Mathias Winters

Geändert hat sich aber etwas in der Bedeutung. Früher wurde „Information“ fast immer neutral verstanden. „Der ist aber gut informiert“ war doch ein Kompliment, oder?


Zurzeit hat die Information jedoch ein Image-Problem. Das Kopfschütteln über den amerikanischen Präsidenten, der alles zur Fehlinformation erklärt, was nicht sein Loblied singt, gefriert uns. Ein Chef des Verfassungsschutzes erklärt ein Video zur Fälschung, um uns hinterher zu informieren, dass das so eigentlich nicht gemeint war. Wann werden wir von wem zuverlässig unterrichtet, was da los war?

Ein Frage, die sich seit Donnerstagabend übrigens auch die Saarlouiser Stadtverordneten stellen. Die hatten erwartet, vom Technikvorstand von Dillinger über den außergewöhnlich heftigen Rußausstoß der Hütte im August unterrichtet zu werden. Doch der verwies auf das Landesamt für Umwelt und Arbeitssicherheit, wenn es um Details zum Inhalt der kohlpechrabenschwarzen Wolke gehe.



Wer nicht informiert ist, kann keine Informationen geben, das stimmt. Aber wer den Anschein erweckt, über seinen ureigensten Bereich nicht informiert zu sein, wirft Fragen auf: Ist er erschreckend unkundig – oder möchte er sein Wissen lieber für sich behalten? Wenn das der Fall ist, hat dann nicht nur die Information ein Image-Problem.