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Apropos
Aufgewachsen zwischen Mammuts

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wie es sich in der Vor-Internet-Ära lebte, können Jugendliche sich oft überhaupt nicht vorstellen.

Wenn ich meinen Sohn, zwölf Jahre alt, mal so richtig zum Lachen bringen will, erzähle ich einen Schwank aus meiner Kindheit. Zum Beispiel, dass man da noch Telefonzellen benutzt hat statt Handys. Und angerufen hat statt geschrieben. Und dass Fußballspiele im Fernsehen vor allem deshalb für Nervenkitzel sorgten, weil man ständig Angst haben musste, dass der TV-Empfang gestört würde. Haha.


In der Vorstellung meines Sohnes bin ich ohnehin zwischen Mammuts und Flugsauriern aufgewachsen; in einer Welt vor dem Internet eben.

Aber meine frühen Erinnerungen an die Fußball-Weltmeisterschaft übersteigen seine Vorstellungskraft: Wie meine Mutter hinter unserem etwa gästehandtuchgroßen Fernseher die Zimmerantenne hielt, damit mein Vater das Spiel verfolgen konnte. Wie unsere italienischen Nachbarn nachts jubelnd durch die Straße rannten. Zimmerantenne?! Ein Fernseher in Tabletgröße – etwa mit Röhre? Und Italiener bei der WM?! Er fühlt sich veräppelt: „Und das Bild war wohl auch noch schwarz-weiß, oder was?!“ Äh...ja, genau.