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Im Lockdown ist ein Klamottenkauf unmöglich, merkt Margit Stark

Registrierungspflichtiger Inhalt: Kolumne Lock-Buch : Sehnsucht nach der Boutique

Ich bewundere die Leute, die sich zu den jeweiligen Saisonstarts stundenlang in Boutiquen und Kaufhäusern informieren, was es Neues an Kleidern, Schuhen und Accessoire gibt. Wenn sie fertig sind, kennen sie alle Angebote, inklusive der Preise.

Ich bin dagegen absolut keine Freundin solch ausgedehnter Einkaufsbummel. Dafür fehlt mir einfach die Geduld. Wenn ich eine Jeans, einen Pulli oder ein Paar Schuhe sehe, die mir gefallen, greife ich zu, ohne Vergleiche mit dem Angebot in anderen Geschäften zu ziehen.

Das heißt aber nicht, dass ich nicht hin und wieder in meiner Lieblingsboutique mal schnause, was die so Neues hat – ein prüfender Blick über das Sortiment genügt mir meist. Gefällt was, ist es mein, wenn nicht, ist es auch gut.

Doch seit Wochen gibt es dafür keine Chance – der Lockdown lässt grüßen. Blind vertraue ich Leuten wie dem Top-Virologen Christian Drosten, die aus Schutz vor einer Ansteckung mit der Pandemie vor Menschenansammlungen warnen. Aber wo sind die in meinem Lieblingsgeschäft? Die Kundenströme halten sich da doch arg in Grenzen. In der Regel zähle ich eine bis zwei Verkäuferinnen, maximal eine weitere Kundin und mich. Ausgesperrt bleibt mir nicht anderes übrig, als mir die Nase am Schaufenster platt zu drücken und auf bessere Zeiten zu hoffen. „Ein Optimist ist ein Mensch, der die Dinge nicht so tragisch nimmt, wie sie sind“, hat Karl Valentin einmal gesagt. Und: „Jedes Ding hat drei Seiten. Eine positive, eine negative und eine komische.“ Dass der berühmte Humorist aus München den Satz in weiser Vorausschau auf den Lockdown geprägt hat, ist zu bezweifeln. Doch recht hat der Mann, dem ein skurriler Wortwitz eigen ist, auf jeden Fall.

An dieser Stelle beschreiben die Mitarbeiter der SZ-Redaktion während des Lockdowns im täglichen Wechsel ihre ganz persönlichen Erfahrungen, Eindrücke und Gedanken zu dieser ungewöhnlichen Zeit.