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Haben wir außer Baerbocks Plagiatsskandal keine Probleme?

Kolumne Unsere Woche : Nichts als Zahlen und Fakten

Das Unrecht hat einen neuen Erzfeind. Stefan Weber heißt er, selbsternannter Plagiatsjäger und Autor des „Blogs für wissenschaftliche Redlichkeit“. Ein Titel, der wahrlich trieft vor Bescheidenheit.

Und saftig sind auch die Vorwürfe, die er gegen Annalena Baerbock erhebt. Beispiel? Der Spiegel schrieb, dass in Amsterdam ein 130 Meter hohes Hochhaus aus Holz geplant sei. Baerbock, man stelle sich vor, übernimmt diese Info einfach so in ihrem Buch. Unglaublich. Wenigstens eine neue Zahl soll sie sich gefälligst ausdenken!

Was das angeht, kann Baerbock von Armin Laschet noch was lernen – der hat nämlich, als er 2014 in Aachen mal als Dozent die Klausuren seiner Studenten verschlampt hatte, einfach Noten erfunden. Leider für 35 Studenten, obwohl nur 28 überhaupt mitgeschrieben haben. Ups. Trotzdem: Es ist genau dieser visionäre Blick, den Deutschland braucht. Eine weitere Zahl: 50. Mit so vielen Milliarden will die CDU laut Wahlprogramm Reiche entlasten. Wie das finanziert werden soll (und vor allem warum), weiß zwar niemand. Aber auch beim Klimaschutz hieß es ja zunächst, dass keine Maßnahme der CDU genügt. Jetzt, nach den verheerenden Unwettern der letzten Woche, lacht niemand mehr. Ein Wort: Flugtaxis! Wer braucht schon Klimaschutz, wenn man der Sintflut einfach davonfliegen kann!

Aber 50, war da nicht noch was? Ach ja: Annähernd so viel Grad herrschen immer noch in Kanada, wo Menschen deshalb einfach tot umkippen. Die Ortschaft Lytton, in der Anfang der Woche Hitzerekorde gebrochen wurden, gibt’s inzwischen nicht mehr – abgebrannt. Das würde mich ja echt beunruhigen . . . wenn da nur nicht diese Baerbock wäre. Solange sogenannte Plagiatskandale die Republik erschüttern, müssen die echten Probleme halt warten.