Fakten aus Sicht der Landwirtschaft

SZ-Bauernkalender : Der Bauernverband fragt: „Wussten Sie . . .?“

Die Landwirtschaft wird in Deutschland vielfach kritisch gesehen. Sebastian Jung vom Bauernverband Saar hält dagegen und fragt die SZ-Leser: „Wussten Sie . . .?“

Wussten Sie, dass . . . der Dauergrünlandanteil im Saarland mit 51 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche bundesweit am höchsten ist? Vielfach bestimmt die Hangneigung der Flächen die Bewirtschaftungsform, sodass eineackerbauliche Nutzung vielfach nicht möglich ist. Ohne eine flächendeckende Landwirtschaft mit Tierhaltung könnte das Dauergrünland nicht verwertet werden und das Saarland würde nach und nach noch mehr verbuschen.

Wussten Sie, dass . . . im Saarland mehr als 126 Schutzgebiete mit einer Fläche von rund 29 940 ha; also 11,6 Prozent der Landesfläche existieren? Die aktuelle Nutzung dieser Gebiete besteht zu 60,7 Prozent aus Wald und zu 30 Prozent aus Landwirtschaft. 9,3 Prozent der Fläche unterliegen sonstigen Nutzungen oder sind nicht genutzt. Hier unterliegt die landwirtschaftliche Nutzung zusätzlichen, strengen Auflagen.

Wussten Sie, dass . . . Kühe Landschaftspfleger und keine Klima-Killer sind? Dank Wiederkäuern – also neben Kühen auch Schafe und Ziegen – können in Deutschland 4,7 Millionen Hektar Grünland für die Nahrungsmittelerzeugung produktiv genutzt werden. Kühe sichern damit die Erhaltung von Grünland, das zur Artenvielfalt und unserer typischen Kulturlandschaft beiträgt. Grünland wiederum leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, indem es Kohlenstoff im Boden bindet.

Wussten Sie, dass . . . das Schwein, welches früher ausschließlich mit Küchenabfällen gefüttert wurde, der Vergangenheit angehört? Diese unspezifische Fütterung wurde zu einer auf der Grundlage ernährungswissenschaftlicher Kenntnisse basierenden Fütterung weiter entwickelt. Was in den Trog kommt, ist heute in Nährstoff-, Mineralstoff- und Eiweißgehalt genau am Bedarf des Tieres orientiert. Die Tiere erhalten, ähnlich wie Sportler eine individuelle und optimale Nährstoffversorgung, um gesund zu sein und zu wachsen.

Wussten Sie, dass . . . der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ein stark reglementierter Bereich ist? Bevor Pflanzenschutzmittel zugelassen und eingesetzt werden dürfen, durchlaufen sie eine jahrelange, strenge Prüfung. Anwender müssen zusätzlich eine Sachkundeprüfung nachweisen und sich regelmäßig fortbilden um Pflanzenschutzmittel erwerben und anwenden zu dürfen.

Wussten Sie, dass . . . der Einsatz von Glyphosat in erster Linie im Zuge der pfluglosen Bodenbearbeitung erfolgt? Im Zuge dieser Methode der Bodenbearbeitung können negative Umwelteffekte gegenüber dem Pflugeinsatz reduziert werden. Nährstoffanreicherungen und Winderosion werden durch eine pfluglose, konservierende Bodenbearbeitung vermindert, Lebensräume von Wildtieren werden erhalten und die CO2-Bindung im Boden wird verbessert.

Wussten Sie, dass . . . es den landwirtschaftlichen Nutztieren heute deutlich besser geht, als früher in der „guten alten Zeit“? Die Haltungsbedingungen in Deutschland werden immer stärker auf die Bedürfnisse der Nutztiere ausgerichtet. Jeder neu gebaute Stall ist keine Agrarfabrik, sondern ein Fortschritt für Tierschutz und Tierwohl. Die stetige Verbesserung der Haltungsbedingungen wirkt sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere aus.

Im SZ-„Bauernkalender“ berichten Landwirte aus der Region jeden Monat über anstehende Arbeiten oder behandeln aktuelle Themen aus der Landwirtschaft.