Eine fast perfekte Räuberjagd

Drei Schüsse. Sirenen. Selbst im Halbschlaf ahne ich, was das bedeutet: eine Schießerei. In Eiweiler. Ich springe aus dem Bett, stürme im Schlafanzug auf die Straße. Blaulicht blinkt zwischen den Bäumen hindurch. Plötzlich raschelt es im Gebüsch. "Da kommt jemand. Lass uns reingehen", sagt mein Freund. Auf keinen Fall. Ich bleibe stehe. Es passiert nix.

Der Morgen danach: Ein Polizeiauto fährt vorm Küchenfenster vorbei. Über dem Wald kreist ein Hubschrauber. Mein Handy klingelt, eine Nachricht von meinem Freund: "Gerade im Radio gehört. Die Polizei jagt bewaffnete Einbrecher. Die sind heute Nacht in den Wald von Eiweiler geflüchtet. Deshalb hat's da geraschelt. Das waren die Räuber. Garantiert." Was??? Das bedeutet, ich hätte um ein Haar zwei Schwerverbrecher geschnappt. Ich stelle mir vor, wie ich sie überwältige, der Polizei abliefere und live im Fernseh-Interview von meiner Heldentat berichte. Ein traumhafter Gedanke - bis mir mein Schlabba-Schlafanzug einfällt. Darin hätte ich garantiert keine gute Figur gemacht. Ich sehe mich im weiten T-Shirt und kurzer Hose vor der Kamera stehen. In dem Moment wird mir klar: Das nächste Mal muss ich besser vorbereitet sein. Ab jetzt ziehe ich nur noch den guten Schlafanzug an.