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Kolumne
Fußball wie im echten Leben

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Pokal war im Fernsehen. Fußball versteht sich, welcher von den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern würde schon auf die Idee kommen, von den großen Sportspielen zu berichten, bei denen meist mehr los ist? Von Mathias Winters

Aber: Diesmal hatte die ARD Glück, auch Elfmeter nicht eingerechnet, gab es elf Tore und zwischenzeitlich rassige Szenen.


Liegt es daran, dass die Reporter und ihre Opfer, die verschwitzten, nach Puste ringenden Kicker gleich am Spielfeldrand, sich so schwer tun auf der einen Seite ordentliche Fragen und auf der anderen passable Antworten zu geben? Zugegeben: Profis sind die Kicker auf dem Rasen, also sollte von denen daneben mehr zu erwarten sein.

Oder ist es doch wie im richtigen Leben? Wenn der Chef dich fragt: „Haben Sie das auch so gesehen dass da irgendwie mehr drin war?“ Dann sag ihm: „Ich habe mich als Teil unseres verschworenen Haufens total reingehauen.“ Füge hinzu: „Ich hatte gehofft, dem Team helfen zu können. Konnte mich aber leider für meine Leistung nicht belohnen.“ Bestimmt ist dann alles gut. Nur Vorsicht, wenn einer von den Oberen sagt: „Wir stehen voll hinter Ihnen.“