Der Palmhas' kommt ohne Versteck aus

Wochenkolumne : Der Polit-Palmhas’ hoppelt auf Abwegen

Muss alles verramscht werden? Könnten wir nicht einfach mal die Termine da belassen, wo sie hingehören?

Klar kennen wir den Palmhas’. Die Kollegen klingen fast schon ein bisschen entrüstet. Der gebürtige Norddeutsche kannte das früher nicht und stirnrunzelte, als dieser Tage jede Menge Ankündigungen eintrudelten, die dieses Geschöpf enthielten. Gut, es waren vornehmlich CDU und SPD, und so könnte es etwas damit zu tun haben, dass demnächst Kommunalwahl ist.

Aber das ist sicherlich eine boshafte Unterstellung, oder? Was macht er also der Palmhas’ (ohne „e“ betonen die Einheimischen). Am Sonntag vor Ostern, dem Palmsonntag, oder dem früher in manchen Gegenden häufig so genannten Palm- heute meist Gründonnerstag brachte er ein einzelnes in Naturfarben gekochtes Ei als Geschenk (später auch mal eine Münze oder einen kleinen Schein). „Brachte“ – wohlgemerkt. Verstecken tat er die kleinen Gaben nicht.

Die Zeit flieht, könnte man sagen. Warum soll dann der Polit-Palmhas’ nicht Eier verstecken, wie er es laut mehrerer Einladungen der Parteien tut? Klare Antwort: Weil irgendwas auch mal mit einem festen Termin verbunden bleiben darf und nicht alles, wirklich restlos alles verramscht werden muss.

Ostereier (die übrigens entgegen den Aussagen der Werbeindustrie keine Weihnachtsgeschenk-Haufen im Frühling sein müssen) versteckt der Osterhase. Und die werden am Ostersonntag gesucht. Ostersonntag, nicht im Advent, nicht im Hochsommer und nicht am Palmsonntag.

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