1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Kolumnen

Den Engländern geht das Bier aus, berichtet Astrid Dörr in der Kolumne Apropos

Kolumne Apropos : Bier her, Bier her oder ich fall um

Gemütlich ein Bier trinken gehen, das ist hierzulande nicht drin, wegen der Pandemie. In England sind die Außenbereiche der Pubs nun seit kurzem wieder offen – und die Leute haben offenbar sehr danach gelechzt...

Es gibt kein Bier auf Hawaii, es gibt kein Bier, drum fahr ich nicht nach Hawaii, drum bleib ich hier. Es ist so heiß auf Hawaii, kein kühler Fleck, und nur vom Hula-Hula geht der Durst nicht weg. Die Melodie des Songs von Paul Kuhn können zur Zeit einige Engländer singen.

Seit Mitte April sind die Außenbereiche der Pubs in England wieder geöffnet – und die Gäste kommen so zahlreich, dass das Bier knapp wird. Die Wirte behelfen sich nun mit unkonventionellen Maßnahmen.

Die Nachfrage in den ersten Wochen habe „alle Prognosen übertroffen“, ist zu lesen. Die Zulieferer seien nicht in der Lage, schnell genug hinterherzukommen. Man habe nun angefangen, die eigenen Bestände in die am stärksten besuchten Pubs zu bringen. In einem Lokal sei die Nachfrage so hoch gewesen, dass man ein Fass per Bus dorthin habe transportieren müssen.

Apropos Transport: Als ein Bekannter die Meldung in den Sozialen Medien liest, hat er spontan eine Idee: Er arbeitet selbst bei einer Brauerei und hat seit Wochen und Monaten den Hof mit Paletten voll Bier stehen. Sein Kommentar: „Die Lkws sind geladen. Ich müsste nur noch losfahren.“

Wäre England nicht aus der EU ausgetreten, wäre das wohl einfacher für ihn, rüberzufahren. Klingt verrückt, wenn man bedenkt, dass viele Brauereien Bier wegkippen müssen, weil es schlecht wird. Und anderen geht das Bier aus.