Auf zwei Augen blind: Justizia ist gerecht - und die Einäugigen

Wochenkolumne : Mit beiden Augen gelassener sehen

Unfähigkeit zu sehen im Zusammenhang mit Recht und Gesetz begegnet uns oft bei politischen Beurteilungen: Je nach eigenem Standort wird der Justiz Blindheit auf dem einen oder dem anderen Auge vorgeworfen.

Je nach eigenem Standort heißt es, Justitia sei auf dem rechten oder dem linken Auge blind.

Mag sie auch oft mit verbundenen Augen dargestellt werden, was das Ideal „ohne Ansehen der Person“ symbolisieren soll: Wir wollen die Göttin des Rechts anders: Mit Übersicht, klarem Fokus auf den Fakten, Durchblick und am besten dazu noch scharfsichtig.

Aber selbst den Überblick behalten ist schwierig. Schau nur, wie die jeweils anderen gerade im Wahlkampf gegen Spielregeln oder gar gute Sitten verstoßen. Fokussiert auf den anderen ist glasklar, was da alles Böses passiert. Ach, würden wir im Namen Justitias doch noch eine weitere Betrachtungsweise beherrschen: Mit offenen Augen mal gelassen über Kleinigkeiten hinwegsehen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung