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Apropos-Kolumen von Astrid zum Handball

Apropos : Nur kein Neid bitteschön

Wer mich kennt, weiß, dass ich bekennender Sportfan bin. Und als Deutsche schlägt mein Herz (logischerweise) für Deutschland. In diesem Fall für die deutsche Nationalmannschaft bei der Handball-Europameisterschaft.

Lustig wird es, wenn Deutschland spielt, dann aber ein Deutscher zu Gast ist, der aber schon seit fast 35 Jahren in Norwegen lebt.

Beim Spiel der Deutschen gegen Kroatien kam es vor dem Fernseher keineswegs zu Tumulten. Im Gegenteil. Denn auf die Frage: „Wem drückst Du denn die Daumen?“, lautete die Antwort: „Den Deutschen natürlich.“ Liegt ja auf der Hand, schließlich hieß der Gegner ja Kroatien und nicht Norwegen. Unser Besuch fieberte also zwei Mal 30 Minuten mit und war am Ende genauso am Boden zerstört wie ich. Für mich war die Handball-EM nach der Niederlage mehr oder weniger gelaufen, denn die Chancen auf das Halbfinale waren dahin. Unser Gast aus Norwegen dagegen hatte sich relativ schnell wieder beruhigt, wollte am Sonntag gerne im Livestream das Spiel der Skandinavier verfolgen. Leider Fehlanzeige. Denn das Handy hat eine norwegische Sim-Karte und damit keinen Zugang auf deutsches Fernsehen. Schade, aber am Ende zählt nur das Ergebnis und das war für die Familie aus Norwegen nun mal besser als für unser Team.

Dafür habe ich in einer anderen Sportart die Nase vorn: denn der Norweger Erling Haaland spielt in der Bundesliga bei Dortmund und sorgte bei seinem ersten Auftritt mit drei Toren für Aufsehen. Da war der Besuch dann doch ein bisschen neidisch, dass ein Norweger in Deutschland Fußball spielt.