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Kolumne
Alles hat seine Zeit

FOTO: Robby Lorenz / SZ

Manchmal ändert sich etwas bloß dadurch, dass es in ein anderes Licht gerückt ist. Die Dinge sind eben nicht nur, was sie für sich sind. Realität ist immer das Ergebnis einer Wechselwirkung aus einem Objekt und seiner Umgebung. Ein Goldstück ist nur dort etwas wert, wo man es erkennt. So ergeht es jetzt den Orgeln. Denn die Unesco hat Orgel, Orgelbau und Orgelmusik in Deutschland zum Teil des Weltkulturerbes erklärt; des so genannten immateriellen Weltkulturerbes. Das Instrument mit Pedalen, Pfeifen und Registern und die Musik dafür könnten höher gar nicht gewertet werden. Und plötzlich stehen Initiativen wie der Förderverein Klingende Kirche in Lisdorf mit seinem Orgelkompositionswettbewerb, den Orgelnächten und dem Saarlouiser Orgelpreis, die Fördervereine für Orgelumbauten, die sommerlichen Orgeltage in Saarlouis, Lebach, Dillingen und Wallerfangen auch ganz anders da. Gestern noch fast vergessenes reines Liebhaberprogramm und heute Weltkulturerbe. Alles hat eben seine Zeit, so entstehen Überraschungen. Manchmal muss man einfach nur warten können.