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Kolumne Lock-Buch aus Saarlouis über Tod und Mitgefühl während Corona

Kolume Lock-Buch : Beim Trauern fehlt die Nähe

Trost spenden ohne das Gegenüber in den Arm nehmen fällt schwer. Die Corona-Pandemie zwingt einen, den Trauerprozess neu zu durchdenken.

Dass unsere Kolumne gelesen wird, erfahren wir fast täglich. Viele Leser geben uns Feedback. Das freut uns natürlich. Einige Leser finden sich hier wieder, andere schreiben uns Themen, die das tägliche Leben betreffen. Ob das die Betreuung der Schüler ist, die im Wechselunterricht sind, Menschen, die in der Gastronomie arbeiten, in Kunst und Kultur tätig sind, die Senioren, die vereinsamen. Die Kontakte fehlen. Jedem von uns. Auch mir.

Worüber ich bisher noch nicht geschrieben habe, über das Thema Tod. Die Anzahl der Personen, die Abschied nehmen dürfen, ist begrenzt. Verständlich. Aber auch traurig. In diesen Situationen, in denen Gesten Worte ersetzen könnten, sind Berührungen nicht erlaubt. Am Grab bleibt der Trauernde alleine, kein Händedruck, keine Umarmung. Trost spenden mit Worten nur bedingt möglich. Ich wusste nicht, wie schwierig es ist, Mitgefühl auszudrücken. Ich habe es versucht. Mit Blumen, mit Kerzen und einer angedeuteten Umarmung. Gefühle kann man zeigen. Wenn man darf! Hoffentlich bald wieder!