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Junge Botschafter für Saarlouis und Saint-Nazaire

Zwei 18-Jährige treten als junge Botschafter an : Paloma und Julian stürzen sich in ein Abenteuer

Sie heißen Paloma Guinaudeau und Julian Heidt: Die beiden 18-Jährigen werden als „junge Botschafter“ ein Jahr lang die Partnetschaft zwischen Saarlouis und Saint-Nazaire vitalisieren. Im Rathaus Saarlouis saßen sie zum SZ-Gespräch an einem Tisch.

Jung sein kann immer überraschend sein, ein bisschen darauf setzt Christiane Bähr von der Stadt Saarlouis zum Antritt des ersten „jungen Botschafters“ der Stadt Saarlouis in Saint-Nazaire, Julian Heldt, und der ersten „jungen Botschafterin“ aus Saint-Nazaire in Saarlouis, Paloma Guinaudeau. Die beiden 18-Jährigen sollen ein Jahr lang die Partnerschaft zwischen der Stadt an der Saar und der Stadt an der bretonischen Atlantikküste mit Impulsen beleben. Gern auch bei jüngeren Leuten. Die Partnerschaft feiert im kommenden Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Was genau sie in diesem einen Jahr erwartet, wissen sie noch nicht.

Die junge Botschafterin aus Saint-Nazaire, Paloma Guinaudeau, kommt gar nicht aus der Atlantikstadt, sondern aus der Vendeé. Saint-Nazaire kenne sie natürlich, sagt sie. Die 18-Jährige hat das Abi in La-Roche-sur-Yon auf Französisch und Deutsch gemacht, das Abibac, wie es in Saarlouis auch am Robert-Schuman-Gymnasium angeboten wird. Nur an 16 Gymnasien in Frankreich könne man Abibac machen, sagt Paloma, allein vier davon in ihrer Heimatregion.

Palomas Schwester hatte mal einen Schüleraustausch gemacht mit Deutschland, „ich habe viel mit der deutschen Austauschschülerin gesprochen, und da sei ihr Interesse an Deutsch geweckt worden, erzählt sie. In Klasse zehn ging sie ihm Rahmen des europäischen Voltaire-Programms für Schüleraustausch ein halbes Jahr nach Köln und besuchte dort die Schule. Auch das hat ihr gefallen, wie sie berichtet.

Nach dem Abi suchte sie einen Einsatz, der ihren Interessen entsprach. So kam sie in Saint-Nazaire in die Auswahl als „junge Botschafterin“ für Saarlouis und wurde genommen. Nach dem Jahr in Saarlouis will sie Politikwissenschaft studieren. Und später im Bereich der deutsch-französischen Beziehungen arbeiten, vielleicht als Botschafterin, sagt sie lächelnd, oder bei der EU. Julian Heidt, an diesem Tag im Rathaus Saarlouis mit am Tisch, nickt zustimmend. „Später könnte es auch für mich in diese Richtung gehen“, sagt er.

Julian ist nicht aus Saarlouis, sondern aus Rehlingen. Er hat am MPG Abi gemacht. Französisch kennt er seit dem grenznahen Kindergarten, in der Grundschule wurde es weiter gepflegt, am Gymnasium sowieso. Frankreich ist für ihn bisher der Nachbar und die Urlaubsregion. „In der Bretagne haben wir Urlaub gemacht, in Saint-Nazaire aber war ich noch nicht.“ Die Kenntnisse möchte er nun anwenden.

Was genau die Vertreter der einen Stadt bei der anderen tun werden, wollen sie nun herausfinden. „Erstmal sehen, was es schon gibt“, sagt Heidt. Und Guinaudeau: „Ich könnte in die Schulen gehen, von der Grundschule in alle weiterführenden Schulen bis zur Berufsschule.“ Für beide ist klar: Sie betrachten die deutsch-französische Städtepartnerschaft nicht auf sich beschränkt, sondern als Teil des Themas Europa.

Die beiden „jungen Botschafter“ bekommen ein Taschengeld ähnlich die die FSJler. Bezahlt wird es laut Bähr von der Französischen Freiwilligen-Agentur. Die Kommunen legen noch ein bisschen drauf. Ein ähnliches Projekt gab es auch in Saarbrücken.

Erster Eindruck von Paloma Guinaudeau: „Saarlouis ist klein, die Menschen sind freundlich, eine schöne Stadt um zu leben.“

Paloma Guinaudeau wird im Rathaus arbeiten. Zu erreichen ist sie derzeit über die Partnerschaftsbeauftragte Christiane Bähr, Tel. 443-246.