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Debatte um Fraulauterner Brücke
Kann das sein? Jetzt soll die Brücke doch länger halten

 Mit statischer Hilfe könnte die Fraulauterner Brücke noch ein Jahrzehnt länger halten: Noch aber fehlt ein entscheidendes Gutachten dazu.
Mit statischer Hilfe könnte die Fraulauterner Brücke noch ein Jahrzehnt länger halten: Noch aber fehlt ein entscheidendes Gutachten dazu. FOTO: Johannes A. Bodwing
Saarlouis. Kommt nun doch unerwartet Bewegung in die Debatte um die Fraulauterner Brücke? Vielleicht hält sie ja doch bis 2030: Ergebnis eines Gesprächs Fraulauterner Bürger-Gruppen mit Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke.

Kommt nun doch unerwartet Bewegung in die Debatte um die Fraulauterner Brücke? Möglicherweise ist ein Neubau der im Saarlouiser Stadtteil Fraulautern unbeliebten Eisenbahnbrücke vor 2030 doch vermeidbar, wenn sie statisch ertüchtigt würde. Das würde für den Erhalt der Verkehrssicherheit reichen, bis die Umfahrung von Fraulautern, der so genannte Ostring, fertig gestellt wäre. Diese Reihenfolge der Bauprojekte würde einen Jahre dauernden Verkehrskollaps in Fraulautern wohl weitgehend vermeiden.


Dieses Bild geht sowohl aus einer Mitteilung der Fraulauterner Ortsinteressen-Gemeinschaft (FOG) als auch aus einen Antrag der CDU-Fraktion an OB Peter Demmer hervor. Die FOG und die Interessengemeinschaft Fraulauterner Bürger und Vereine (IFBV, mit dem zum Experten gewordenen Josef Feiler) hatten Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke am Dienstagabend zum Gespräch nach Fraulautern eingeladen. Barke, so berichteten Teilnehmer am Mittwoch, habe die unerwartete Wendung als möglich dargestellt. Jetzt hänge alles an einem Gutachten, das Ministerium und Stadt gemeinsam in Auftrag geben wollen. FOG-Vorstandsmitglied Helen Blaschke sagte, offenbar stehe die Standfestigkeit der Brücke nicht in Frage. Das Problem liege in der Brüchigkeit des Betons, von dem Teile herabfallen könnten. „Ertüchtigung“ der Brücke würde wohl vor allem darauf zielen.

OB Peter Demmer bestätigte diese Perspektiven auf Anfrage. Es bestehe eine gute Möglichkeit, den Ersatzbau für die Brücke so lange hinauszuschieben, bis der Ostring fertig sei. Laut Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) soll das bis 2030 sein. Welcher Bedarf für eine Brücke sich dann darstelle, werde man sehen.



Die Planung des LfS für eine neue Brücke aber gehe dennoch weiter, um auf den Fall einer plötzlichen Verschlechterung vorbereitet zu sein.

Demmer soll nun in der nächsten Ratssitzung einen Sachstand geben, das ist Inhalt eines Antrages der CDU-Fraktion. Nach Kenntbs von CDU und Grünen „hat Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke uner anderem gegenüber Vertreterinnen und Vertretern der Ortsinteressengemeinschaft geäußert, dass es beim Baubeginn 2030 für den Ostring bleibe, dass aber durch statische Ertüchtigungen der Brücke ein Neubau aktuell nicht erforderlich sei und die Verkehrssicherheit des Brückenbauwerkes bis zur Fertigstellung des Ostrings durch die entsprechenden Maßnahmen sichergestellt werden könnte“, schreibt CDU-Fraktionschef Raphael Schäfer.

Insbesondere die beiden CDU-Ratsmitglieder Schäfer und Jürgen Paschek hatten in der letzten Ratssitzung in Sachen Fraulauterner Brücke „Gefechtsbereitschaft“ signalisiert und laut über „Gelbe Westen auf der Brücke“ nachgedacht. Hinter der Forderung insbesondere an den LfS, zuerst den Ostring zu schließen und dann die Brücke neu zu bauen, stehen allerdings der gesamte Stadtrat und OB Peter Demmer.

Helen Blaschke von der FOG sieht gerade darin den Grund für den Erfolg des Protestes. „Alle Parteien, die Stadtverwaltung, der Oberbürgermeister, die Gewerbetreibenden standen gemeinsam hinter den Bürgern. Das hat  mich begeistert. Es ging ihnen wirklich um den Ort, nicht um persönliche Interessen. Wo ein Wille ist, ist auch ein gemeinsamer Weg.“

(we)