Joacim Fontaine päsentiert in Saarlouis die Fetes baroques

Musik : Mini-Festival der Kammermusik in Saarlouis

Ein Fest französischer Barockmusik: Joachim Fontaine will Kammermusik-Reihe am Wochenende nach Aschermittwoch etablieren.

Am Freitag, 8. März, Samstag, 9. März, und Sonntag, 10. März, finden in der Evangelischen Kirche Saarlouis zum zweiten Mal Kammermusik-Abende statt, die diesmal der französischen Barockmusik gewidmet sind. Joachim Fontaine, Initiator des kleinen Festivals, hat sie unter das Motto „Fêtes baroques – ein Fest der französischen Barockmusik“ gestellt. Er möchte dieses Mini-Festival immer am Wochenende nach Aschermittwoch etablieren. Finanziell unterstützt dieses Jahr der Lions-Club Saarlouis anlässlich seines 60-jährigen Bestehens den konzertanten Dreisatz.

Am ersten Abend, Freitag, 8. März, 19 Uhr, präsentiert Maria Cleary, Professorin aus Genf und eine der Expertinnen weltweit für historische Harfe, ein Programm, das sich den Musikern des Hofes in Versailles widmet. Ein besonderes Highlight dieses ersten Abends wird ein Instrument sein, die „Cousineau-Harfe“, die auf Schloss Dagstuhl (Saarland) überlebt hat bis heute. Einst war sie das Instrument der Gräfin Lassalle, heute gilt sie als eine der ältesten und wertvollsten, weil nach wie vor spielbaren, Harfen der Welt.

Mit Maria Cleary, die auf zahlreiche CD-Einspielungen und Rundfunkproduktionen zu hören ist, kommt als ihr Duopartner der italienische Geiger Davide Monti nach Saarlouis. Montis Spezialität ist die Improvisation. Der Barockgeiger, der Meisterkurse in aller Welt gibt, lässt sich, was Ausdruck, Agogik und Bewegung in seiner Musik angeht, von unterschiedlichsten Quellen inspirieren, unter anderem auch von Rhetorik, aber auch der Fechtkunst vergangener Zeiten.

Als Duo Arparla waren Davide Monti und Maria Cleary auf vielen Early Music Festivals gerne gesehen Gäste, schon allein wegen ihrer Programme, die aus dem Rahmen des Gewöhnlichen fallen.

In Saarlouis werden sie neben den königlichen Hofmusikern auch die Musik einiger Hofdamen und Musikerinnen erstmalig vorstellen, die es wiederzuentdecken lohnt. Beginn des Konzertes ist am Freitag, 8. März, um 19 Uhr. Der Eintritt zu dem Konzert ist frei, Spenden sind willkommen.

Den zweiten Abend, Samstag, 9. März, 19 Uhr, bestreiten vier Musiker: die beiden Dozenten der Hochschule für Musik, Thomas Kügler (Flöten) und Mechthild Blaumer werden dabei verstärkt von der in Deutschland lebenden Cembalisten und Preisträgerin des Sweelinck-Wettbewerbs Eri Takeguchi und dem in Basel lebenden Gambisten Adolfo Baù.

Ihr Konzert wird sich Frankreich und Europa widmen. Schon in barocken Zeiten waren die Tänze, die am Hof des Sonnenkönigs getanzt wurden (Louis XIV war selbst ein exzellenter Tänzer) Trendsetter für ganz Europa. Kein Fürst, der nicht sein Schloss und seinen höfischen Pomp ausgerichtet hätte nach dem, was man aus dem Spiegelsaal von Versailles so alles hörte. Auch Komponisten, allen voran Georg Philipp Telemann, der zu Bachs Zeit berühmteste und reichste Musiker Deutschlands, wussten französische Musik zu schätzen und geschickt zu vermarkten.

Zwei von Telemanns sehr attraktiven „Pariser Quartetten“ werden an diesem Abend Teil des Programms sein, daneben die Musik einiger französischer Zeitgenossen, wie sie übrigens auch am Hof des Saarbrücker Fürsten gespielt und getanzt wurden.

Beginn des Konzerts am Samstag, 9. März, ist 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Den dritten Abend, Sonntag 10. März, 17 Uhr, wird der Cembalist Eckhart Kuper bestreiten, der an den Hochschulen von Leipzig, Bremen und Hannover lehrt und vielen Spitzenensembles der Alten Musik Szene mitwirkt. Kuper stellt das Repertoire der einst in ganz Europa gefeierten „Clavecinisten“ vor, die selbst den großen Thomaskantor Johann Sebastian Bach so weit brachten, einige seiner bedeutendsten „Clavier-Stücke“ zu komponieren, die sich mit ihrer Kunst messen wollten.

Eckhart Kupers Partner wird in diesem Konzert ein Historiker sein: Hans Jörg Schu, der bereits reichlich publiziert hat zur Geschichte der barocken Festungsstadt Saarlouis, wird sozusagen – passend zur Originalmusik – die historische Erfahrung komplett machen.

Barockgeigerin Mechthild Blaumer. Foto: Andreas Schäfer
Das Duo Arparla kommt nach Saarlouis. Foto: Vincenzo da Pietra

Schu liest Originaldokumente aus den ersten Jahrzehnten der Vauban-Stadt Saarlouis, darunter Berichte und Briefe nicht nur von Vauban und dem Sonnenkönig höchstpersönlich, sondern auch vom ersten Festungskommandanten Choisy – bis hinein hin in die Jahre der Französischen Revolution, als auch in Saarlouis eine Guillotine auf dem Großen Markt stand. Der Eintritt ist auch hier frei, Spenden sind willkommen. Beginn ist am Sonntag, 10. März, um 17 Uhr.

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