Immer noch wenige Frauen in den Gemeinderäten

Meinung : Geändert hat sich bisher enttäuschend wenig

Wird die Grundschule saniert oder das Dorfgemeinschaftshaus? Wer bekommt die freie Stelle im Rathaus? Brauchen wir mehr Bauplätze und wo? Unsere Gemeinde- und Stadträte treffen viele Entscheidungen, die uns direkt vor unserer Haustür betreffen.

Doch darüber, wie viele Kita-Plätze es in einer Gemeinde gibt und was sie kosten, ob und wie Vereine gefördert werden, und über vieles mehr entscheiden überwiegend Männer.

Dabei betreffen diese Beschlüsse Frauen doch mindestens im selben Maße.

Die Räte im Kreis Saarlouis bestehen im Schnitt nur zu einem Viertel aus Frauen. Die meisten Stadt- und Gemeinderäte sind Männer in der zweiten Lebenshälfte.

Warum? Ist Politik, 100 Jahre nach Einführung der Frauenwählbarkeit, immer noch Männersache? Oder wollen die Frauen einfach nicht? Fehlt ihnen die parteiinterne Förderung? Und lassen sich die häufig lang(atmig)en Sitzungen nur mit Beruf und/oder Familie vereinbaren, wenn zu Hause jemand „den Rücken freihält“?

Sollte man nicht die Rahmenbedingungen von Kommunalpolitik so ändern, dass Gleichberechtigung möglich ist, dass die Zusammensetzung der Räte auch der unserer Gesellschaft entspricht? Alles Fragen, die schon seit über 30 Jahren drängen. Geändert hat sich bisher enttäuschend wenig.

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