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Im Landkreis Saarlouis sollen Wassertoff-Busse rollen

Wasserstoff-Busse : Kreisverkehrsbetriebe sollen auf Wasserstoff-Busse setzen

Wuppertal macht es vor und der Landkreis Saarlouis bald nach?

Grüne und SPD im Kreis wollen Wasserstoffbusse für die KVS. In der Aufsichtsratssitzung der Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis am Donnerstag ging es in erster Linie um eine Grundsatzentscheidung zur Umstellung der KVS-Flotte auf Busse ohne CO2-Emissionen. Aus Sicht der aus dem Kreistag entsandten Aufsichtsratsmitglieder Klaus Kessler (Grüne) und Bernd Valentin (SPD) ist dies dringend erforderlich, um eine klimaneutrale Region zu werden und auch aktuelle EU-Vorschriften einzuhalten.

Die EU-Richtlinie „Clean Vehicle Directive“ (CVD) schreibt hierzu verbindliche Quoten und Mindestziele für die Bus-Beschaffung bis 2030 vor. In der Sitzung wurde dazu das vom Landkreis in Auftrag gegebene Gutachten der Verkehrs- und Projektmanagement Gesellschaft (BPV) Consult vorgestellt, das verschiedene Varianten einer künftigen Beschaffungsstrategie für eine abgasfreie Busflotte vorsieht. Die Erläuterungen von Christoph Zimmer von der BPV beinhalteten neben einer ökologischen Bewertung auch wirtschaftliche Aspekte sowie Antworten zur technischen Machbarkeit und entsprechenden Umsetzungsstrategien.

Im Gutachten selbst geht es um die Gegenüberstellung und den Vergleich verschiedener Antriebsmodelle und deren ökologischer Bewertung auf der Zeitachse der nächsten zehn Jahre. Es werden Modellberechnungen zwischen Batteriebussen, Wasserstoffbussen und Gasbussen angestellt, wobei klar ist, dass lediglich Batterie- und Wasserstoffbusse emissionsfreie Antriebe haben.

Der Aufsichtsrat spricht sich tendenziell gegen die Beschaffung von Gasbussen aus und bevorzugt bei den abgasfreien Antrieben in erster Linie wegen der großen Reichweite und der schnellen Betankung die Anschaffung von Wasserstoff-Bussen. Batterie-elektrische Busse könnten ergänzend im Kurzstreckenbereich eingesetzt werden. Kessler und Valentin schreiben dazu in einer gemeinsamen Pressemitteilung: „Der Wasserstoff-Antrieb passt zur Strategie des Landkreises und unseren Planungen, die Wasserstoff-Technologie weiter voranzutreiben. Das kürzlich vorgestellte Projekt eines Zukunftscampus Wasserstoff lässt sich gut in eine Gesamtstrategie zur technologischen Innovation im Automotivbereich integrieren.“

Auch die industrielle Nutzung des Wasserstoffs ist für beide ein Thema im Landkreis, denn die unmittelbare Nähe zur Dillinger Hütte ist ein zentraler Standortvorteil für die KVS. „Wir hatten bereits zu Beginn des vergangenen Jahres einen Koalitionsantrag im Kreistag zur Prüfung der Einrichtung einer Wasserstoff-Tankstelle für die KVS beschlossen. Jetzt brauchen wir einen Fahrplan, wie und bis wann wir die KVS-Flotte auf Wasserstoff-Busse umstellen, und dazu macht uns das Gutachten konkrete Vorschläge, die wir gerne aufgreifen“, schreiben Kessler und Valentin.

Die Kreisverkehrsbetriebe haben 68 Busse im Eigenbetrieb, allesamt Dieselbusse. Die sollen durch emissionsfreie Busse ersetzt werden, was übrigens auch im Koalitionsvertrag steht. Der Start soll 2022 erfolgen. Nach 2025 sollten nur noch emissionsfreie Busse angeschafft werden. Dafür müssen nach Ansicht der beiden Politiker „natürlich alle Mittel und Möglichkeiten der Förderung durch den Bund, Land und die EU genutzt werden“.