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Hygienekonzept im Landkreis Saarlouis für Schulöffnung

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona Schulöffnung : Landkreis Saarlouis stellt Hygienekonzept für Schulen vor

Sein Hygienekonzept für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs hat der Landkreis vorgestellt. Der ist bei uns Träger der weiterführenden Schulen.

Für maximal 4200 Schülerinnen und Schüler beginnt am Montag wieder der Unterricht. Dabei handelt sich um die Abschlussklassen aller weiterführenden Schulen, wobei die 1800 Berufsschüler die größte Gruppe vor den 860 Abiturienten der Gymnasien bilden. Den größten Ansturm erwartet mit rund 500 jungen Leuten das Technisch-Gewerbliche und Sozialpflegerische Berufsbildungszentrum Saarlouis (TGSBBZ). Allerdings sind nur etwa 160 von ihnen pro Tag in der Schule. Durch Schichtbetrieb reduziert sich die Zahl noch auf 70, die gleichzeitig in der Schule sind.

Der Landkreis Saarlouis als Schulträger hat dazu ein Hygienekonzept erarbeitet. „Es basiert auf dem Masterhygieneplan des Saarlandes, wir sind aber in einigen Punkten mit unseren Maßnahmen zum Corona-Infektionsschutz an Schulen über die Landesvorgaben hinausgegangen“, betont Landrat Patrik Lauer bei einem Pressegespräch mit der Saarbrücker Zeitung: „Wir wollen damit gesundheitlich wie psychologisch allen Schülern und Lehrern ein gutes Gefühl der Sicherheit geben.“ Bei dem Konzept (siehe Info) hatten Schulamt, Amt für Immobilienmanagement und Gesundheitsamt Hand in Hand gearbeitet. Außerdem waren die Schulen aufgefordert, ihr Konzept für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs und konkrete Abwicklung beim Landkreis einzureichen. „Dabei ist es vor allem um die Wegeführung an den Schulen gegangen, durch die Face-to-face-Kontakte vermieden werden sollen“, erläutert Lauer. Eine „Einbahnstraßenregelung“ und eine Art Schichtbetrieb seien wichtige Punkte, Kontakte zu minimieren. „Alle Schulen haben bis Ende vergangener Woche ihre Konzepte eingereicht“, lobt Dezernentin Margit Jungmann. „Und alle sind sehr verantwortungsbewusst, aber auch kreativ mit dem Thema umgegangen“, ergänzt Silke Hans, kommissarische Leiterin des Schulamtes.

Einen breiten Raum hat auch die Abstimmung der Konzepte mit den Kreisverkehrsbetrieben eingenommen, berichtet der Landrat. „Hier haben wir leider gar keine Erfahrungen, und deshalb ist auch noch völlig offen, was da ab kommenden Montag auf uns zukommt“, sagt Lauer: Zur Wiederaufnahme des Unterrichts am Montag würden die KVS erstmal alle ihre Gelenkbusse einsetzen. Man müsse abwarten, wie das Angebot angenommen wird. Lauer geht davon aus, dass viele Eltern ihre Kinder fahren werden. Kürzere Schulwege könnten aber auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Ob wie in Nordrhein-Westfalen die Schulen direkt wieder geschlossen werden, falls dort ein Corona-Fall auftritt, entscheidet das Gesundheitsamt im Einzelfall. Dabei ist vor allem zu prüfen, wer wann wo mit wem Kontakt gehabt hat. Hintergrund: Nur wenige Tage nach der Wiedereröffnung hatten eine Gesamtschule in Duisburg und ein Gymnasium in Dormagen wegen Corona-Verdachtsfällen ihre Schüler wieder nach Hause geschickt.

Ein Pausenverkauf oder ein Catering sind nach wie vor an den Schulen möglich, lediglich ein Mittagessen wird nicht angeboten. Die Pacht für Bistros hat der Kreis für die Corona-Zeit ausgesetzt. Pfiffige Caterer haben sogar einen Bestellservice eingerichtet und liefern Snacks und Getränke bis vors Klassenzimmer. Auch dürfen ältere Schülerinnen und Schüler in den Pausen das Schulgelände wie gewohnt verlassen.

In der übernächsten Woche soll für weitere 1100 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen elf (G 8) und zwölf (G 9) der Oberstufen der Unterricht wieder beginnen. Anders als bei den Abiturienten sei dies aber dann Pflicht und nicht mehr nur auf freiwilliger Basis. Wie es weitergeht und was aus dem kommenden Schuljahr 2020/2021 wird? Darüber macht man sich beim Landkreis zwar schon erste Gedanken. „Letztendlich entscheidet darüber aber die Kultusminister-Konferenz“, betont Landrat Lauer, der selbst nicht an einen geordneten Schulbetrieb, wie man ihn vor Corona gewohnt war, bis zum Jahresende glaubt.

Der Landkreis nutzte die unterrichtsfreie Zeit auch, um dringende Baumaßnahmen an seinen 28 Schulen zu forcieren, um die Beeinträchtigungen während des laufenden Schulbetriebes so gering wie möglich zu halten und Zuschussprogramme nicht verfallen zu lassen. Ein ausführlicher Bericht dazu folgt.