Harley Davidson-Fan aus Saarlouis gewinnt bei Motorrad-Wettbewerb

Harley Davidson-Fan aus Saarlouis : Das lange Schrauben hat sich gelohnt

Saarlouiser Harley Davidson-Fan Alexx Kaiser gewinnt mit seinem Motorrad-Umbau bei „Costumbike“-Wettbewerb.

Der Saarlouiser Hobby-Schrauber Alexander „Alexx“ Kaiser hat in seiner Garage eine Harley Davidson umgebaut, die nun bei der größten europaweiten Leserwahl einer Motorradzeitschrift den zweiten Platz belegt hat.

Der Action-Filmklassiker „Harley Davidson & The Marlboro Man“ ist für Motorrad-Fan Alexx Kaiser Kult und so hat sich der Biker schon vor Jahren eine Motorrad-Jacke zugelegt, die der Kutte von Mickey Rourke im Film nachempfunden ist, und mit passenden Aufnähern versehen. Die entsprechende Maschine hat er allerdings erst 2018 gefunden, im Internet: Eine Harley Davidson in Flammoptik, Baujahr 2004 – und umbaufähig. „Das war ein pummeliger Chopper. Der ganze Krimskrams musste natürlich erstmal ab“, befand Alexx.

Der Umbau begann: Wichtig war der VG-Starrrahmen, denn der hat eine Straßenzulassung; „schließlich muss das Teil ja über den TÜV“. Vor allem der hohe Hasenohren-Lenker musste weg, die Räder und die „hässlichen Lampen“, der Tank mit der „unsäglichen Flammenlackierung“ – „Eigentlich alles!“, sagt der gelernte Kfz-Elektro-Techniker, der seit Jahren in der ältesten Altstadtkneipe in Saarlouis, dem „Humpen“, am Zapfhahn steht. Gemeinsam mit einem Freund hat der 49-Jährige im Saarlouiser Industriegebiet eine eigene, kleine Hobbyschrauber-Garage, in der er in seiner Freizeit diversen Motorrädern ein komplett neues Outfit verpasst.

Im Fachjargon nennt man solche selbst umgebaute Unikate auch „Costumbikes“. Alexx hat für seins etwa ein halbes Jahr gebraucht. Für Biker und Bastler sei hier kurz aufgeführt, was das Prachtstück ausmacht: VG Starrahmen mit Harley Sportster Motor 883 (900 Kubikzentimeter), aufgebohrt, Gewicht 205 Kilogramm, Softail-Gabel, Stummellenker ,180er-Hinterreifen, GPS-Tacho, Falcon-Auspuff – unter anderem. Den Tank hat er per Spraydose selbst nasenfrei lackiert. Die Einzelteile hat er sich im Internet zusammengesucht. Heraus kam eine einmalige Harley Davidson im minimalistischen Racer-Look, inspiriert von „Harley Davidson & The Marlboro Man“.

Zu schade, um sie einfach nur zu fahren, fand Alexx: Also bewarb er sich mit der Maschine beim „Custombike“-Wettbewerb 2019 der gleichnamigen Motorradzeitschrift, die diesen größten europäischen Wettbewerb für umgebaute Motorräder jährlich durchführt. Dabei war die Freude schon riesig, als er in der Vorauswahl kam: Aus 100 Motorrädern sollten per Leser-Abstimmung die schönsten bestimmt werden. „Das war eine Riesenüberraschung, weil man ja nicht wirklich mit so etwas rechnet“, erinnert sich Alexx. Dann ging natürlich das große Zittern los. Zumal bei dieser Leserwahl noch alles per Abstimmungs-Coupon und per Post läuft, nicht per Mouse-Click, mal schnell im Vorbeigehen.

Und dann kam die unverhoffte Mail: „Herzlichen Glückwunsch, Sie wurden Zweiter!“ In der November-Ausgabe der „Costumbike“ wurde es amtlich: Im Umbauwettbewerb hatten bis zum 20. Platz 8600 Leute abgestimmt, Alexx hat mit 611 Stimmen Platz zwei gemacht. Schöner fanden die Leser nur noch eine Kawasaki VN 800. „Unter die ersten zehn zu kommen wäre schon ein Traum gewesen. Aber das...“, freut sich Alexx. Für ihn und seine Harley geht es jetzt Anfang Dezember nach Bad Salzuflen zur „Costumbike-Show 2019“, der weltgrößten Messe für umgebaute Motorräder. Das nächste Bike hat der Saarlouiser Schrauber übrigens schon in der Mache: Diesmal eine Moto Guzzi. Und auch da musste erst mal alles ab.

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