Halloween, oft nur der Kinder wegen

Kostenpflichtiger Inhalt: Umfrage : Halloween, oft nur „der Kinder wegen“

Oder doch mehr für die Erwachsenen, wie bei einer Umfrage in Saarlouis zu hören war?

Bei einer Umfrage äußern sich die Meisten skeptisch zu dem „Ami-Ding“.  Viele Menschen im Kreis Saarlouis stehen Halloween skeptisch bis ablehnend gegenüber. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer nicht-repräsentativen Umfrage der SZ unter Passanten in der Saarlouiser Innenstadt. Ein Thema ist der oft gruselige Brauch vor allem für Eltern mit kleineren Kindern.

„Das ist doch eher ein Ami-Ding“, meint Dennis Rocchi. Aber „der Kinder wegen“ werde wohl diesmal richtig gefeiert, sagt der aus Berlin stammende Wahl-Saarlouiser. Von Tür zu Tür will seine Frau als Hexe verkleidet mit dem vierjährigen Sohn als Fledermaus-Vampir ziehen und „Süßes oder Saures“ verlangen. Er selbst gehe zwar mit, aber nicht kostümiert, schließlich habe er als Ur-Berliner auch nichts an Fastnacht. Anschließend sitze man dann gemütlich zuhause, das eigene Heim werde „mit ein paar Kleinigkeiten dekoriert“. Kürbisse werden wohl geschnitzt und raus gestellt, aber „nichts Erschreckendes“.

Dennis Rocchi aus Saarlouis. Foto: Axel Künkeler

Den Abend bei einer Kürbissuppe gemütlich zu Hause verbringen, statt kostümiert auf Partys zu gehen, das will auch Christian Raber aus Heusweiler. Im privaten Bereich werde mit Kürbissen „ein wenig geschmückt“. Halloween habe „etwas Dekoratives“, das finde er gut. Ihn störe auch nicht, dass der Brauch aus Amerika kommt. In Vorjahren war er mit seinem achtjährigen Kind auch schon mal auf einem Maskenball, das mache er aber nur „wenn das Kind es will“. Er selbst werde sich auch nicht kostümieren, nur den Kleinen begleiten.

Christian Raber aus Heusweiler. Foto: Axel Künkeler

Für die zweieinhalbjährige Tochter von Kathrin Klockgether ist Halloween „noch kein Thema“. Ohnehin hat die aus Bous stammende Frau „eher einen kirchlichen Fokus“. Da sei doch der Reformationstag bedeutender oder auch der traditionelle Brauch von St. Martin. Bei den Laternenumzügen zu St. Martin („das ist sehr schön“) sei sogar schon ihre kleine Nele dabei. Ansonsten ist eher die Fastnacht ein Thema, Halloween dagegen „zu kommerziell aufgezogen, überall gibt es Halloween-Artikel“.

Ulla Altmayer aus Fraulautern. Foto: Axel Künkeler

Die beiden Kinder von Nicole Denne-Welsch sind gerade nicht im richtigen Halloween-Alter. „Der Große nicht mehr, der Kleine fängt erst an“, meint die Frau aus Saarlouis. Früher habe sie aber den jetzt 14-Jährigen („meist mit Umhang etwas Dracula-mäßig“) begleitet, wenn der an den Häusern in der Nachbarschaft „Süßes oder Saures“ verlangt habe. Sie selbst sieht den neuen Brauch („übergeschwappt aus Amerika“) jedoch kritisch, hat auch kein Interesse an Halloween-Partys. „Da muss nicht unbedingt gefeiert werden“, das klassische Fest St. Martin sei doch viel schöner.

Christoph Joachimsky aus Dillingen. Foto: Axel Künkeler

„Unnötig“ findet auch Christoph Joachimsky das ganze Halloween-Treiben. Der Dillinger war vor vielen Jahren mal in New York, „da war Halloween mal ganz schön, aber dort in Amerika hätte es auch bleiben sollen.“ In Deutschland feiere man doch traditionell Fastnacht, betont er. Halloween dagegen sei „eine übertriebene Geschäftemacherei“, obwohl es für die Kinder vielleicht noch ganz schön sei.

Nicole Denne-Welsch aus Saarlouis. Foto: Axel Künkeler
Kathrin Klockgether mit Nele aus Bous. Foto: Axel Künkeler

Das meint auch Ulla Altmayer aus Fraulautern („sowas haben wir früher nicht gekannt“). Sie hat jedoch beobachtet, dass „der Hype schon wieder abnimmt“. In den ersten Jahren hätten die Kinder noch an den Haustüren geklingelt, heute kaum noch. Viele Kinder wollten sich auch nicht mehr verkleiden. Halloween sei wohl inzwischen „mehr für die Erwachsenen“, überall würden Partys gefeiert. Und es gebe viele „Leute, die schmücken alles“. Für Ulla Altmayer dagegen kommt das überhaupt nicht in Betracht: „Für so e Fuppes genn ich kä Geld aus.“

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