Großer Andrang beim Schülerforschungszentrum in Saarlouis

Kostenpflichtiger Inhalt: Naturwissenschaften an der Schule : Großer Andrang beim Forschertag in Saarlouis

Das Schülerforschungszentrum an der Gemeinschaftsschule in den Fliesen lud zum dritten Mal zum Tüfteln ein. Langsam spricht sich rum, dass es dort ganz spannend ist

Der dritte Forschertag am Samstag im Schülerforschungszentrum (SFZ) im Gebäude der Gemeinschaftsschule „In den Fliesen“ in Saarlouis war der erfolgreichste bisher. „Wir rechnen mit bis zu 300 Kindern und Jugendlichen plus Erwachsene“, sagte SFZ-Leiter Benjamin Brück nach der Veranstaltung am Samstag.

„Ich bin von der Arbeit des SFZ überzeugt“, sagte zur Eröffnung Bildunsgministerin Christin Streichert-Clivot. Von den Ergebnissen der Mint-Studie, bei der saarländische Schüler in den Fächern Mathematik, Informatik, Natur-Wissenschaften und Technik unter dem Bundesdurchschnitt lagen, sollte man sich „nicht entmutigen lassen“. Umso wichtiger sei die Arbeit des SFZ, der Forschertag „eine richtig gute Sache“, betonte die Ministerin.

Das fanden offenbar auch die kleinen Forscher so, die mit Begeisterung bei der Sache waren. Die Jüngsten experimentierten vor allem an den zehn Tüftel-Stationen der Science Rallye, die in fünf verschiedenen Räumen aufgebaut waren. Vom Wäscheklammer-Turm bis zum Leiter-Spiel, vom schwebenden Ballon bis zum Stapeln kleiner Plastikstühle, überall waren nicht nur Forschergeist und Experimentierfreude, sondern auch viel Geschicklichkeit gefragt.

Der zwölfjährige Simon Strauß hat unter Anleitung von Lars Wagner den Wäscheklammer-Turm zwölf Etagen hoch gebaut. Foto: Axel Künkeler

Die bewies der zwölfjährige Simon Strauß aus Lisdorf, der mit den Wäscheklammern einen zwölfstöckigen Turm baute. „Jetzt habe ich doch etwas Herzklopfen“, stieg von Etage zu Etage die Aufregung des Jungen.

Den Einsturz des Turmes nahm er dagegen gelassen: „Dann hör ich hier auf und geh‘ zur nächsten Station“. Simon kam mit seinem jüngeren Bruder David und Mutter Sandra Strauß („Wir sind schon seit drei Jahren dabei“), die überzeugt ist, dass die Kinder „auf jeden Fall etwas für die Schule lernen“. Es sei allemal besser als wenn die Kids nur zu Hause die Zeit mit Computer und Smartphone verbringen.

Betreut wird die Station von Lars Wagner, selbst noch Oberstufenschüler der Gemeinschafts-Schule in Bous. „Klar, die Arbeit mit den Kindern macht viel Spaß“, sagt Lars stellvertretend für die rund 50 Helfer („so viele hatten wir noch nie“, bestätigt Benjamin Brück). Das Angebot des Forschertages richte sich vor allem an die Schüler bis zur siebten Klasse, ältere Schüler und wissenschaftliche Mitarbeiter hätten sich dagegen als freiwillige Helfer gemeldet. Von der PH Weingarten kommt die aus Bexbach stammende Doktorandin Isabell Schmoll.

Laura Krämer (11) aus Diefflen wartet gespannt auf den 3D-Scan, den Tyronne Perry ihr in einer 360-Grad-Box erläutert. Foto: Axel Künkeler

Sie betreut einen Workshop zum Recycling von Tablets und zeigt Victoria Trennheuser, wie man eine Platine für einen Schaltkreis baut. „Echt cool, ich bin nur ein bisschen nervös“, meint die Zehnjährige. Interessiert schaut ihr Vater Matthias Trennheuser aus Schwalbach zu. Der Forschertag sei eine tolle Sache, sagt der Apotheker, so könne er seine „Tochter an Dinge heranführen, für die ich sie sonst kaum begeistern könnte“.

In das Lob stimmt der Dieffler Oliver Krämer mit ein: „Wir Eltern können hier auch noch etwas lernen“, ist er überzeugt. Gemeinsam mit Ehefrau Claudia und Tochter Michelle stehen sie vor einem 3D-Scanner. Die 360-Grad-Box ist mit 132 Kameras ausgestattet, erläutert Tyronne Perry von der Dortmunder Firma „3D Generation“, der den Stand in Kooperation mit dem Saarlouiser Media Markt betreut. Sie sei „ganz gespannt auf das Ergebnis“, meint Michelle in der Box. Demnächst bekommt sie per Mail den Link mit der 3D-Animation. Den „Avator“ kann sie sich dann sogar bestellen, allerdings kosten die zehn bis 35 Zentimeter großen Figuren 99 bis 449 Euro. Familie Krämer überlegt noch, aber „das wäre vielleicht ein tolles Geschenk“, meint Mutter Claudia.

Mit deutlich weniger Technik als mehr mit den natürlichen Gegebenheiten von Gewicht und Luftdruck geht es beim „schwebenden Ballon“ zu. Michael Kulling aus Fraulautern ist mit Paul, seinem siebenjährigen Sohn an der Tüftel-Station. „Super, hier wird für alle was geboten“, ist Kulling begeistert. Der kleine Paul muss einen Plastikbecher an einem Luftballon festbinden und mit genau so viel Wasser füllen, dass der Ballon möglichst lange in der Luft schwebt und weder zum Boden sinkt noch an die Decke steigt. „Hat richtig Spaß gemacht, war überhaupt nicht schwer“, berichtet der Siebenjährige.

Zuhause in seinem Zimmer oder in einem kleinen Schuppen im Garten, „da erfinde ich auch immer was“. Der kleine Erfinder wird ja vielleicht irgendwann mal zum Forscher, der Saarlouiser Forschertag hätte spätestens dann seinen Zweck erfüllt.