Gartentag an der Gemeinschaftsschule Wie man den Schulgarten hegt und pflegt

Fraulautern · Für mehr Nachhaltigkeit und Gemeinschaft stand der Aktionstag an der Fraulauterer Gemeinschaftsschule.

 75 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Offizielle trafen sich zum Projekt „Schulgarten“ der Martin-Luther-King-Schule in Fraulautern.

75 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Offizielle trafen sich zum Projekt „Schulgarten“ der Martin-Luther-King-Schule in Fraulautern.

Foto: Bodwing Johannes A.

„Das hier ist die Naschhecke“, erklärte Lennart, Schüler der Martin-Luther-King-Schule. „Felsenbirne“, las Jolie ein Etikett an den jungen Gewächsen vor, „und hier wachsen Johannisbeeren“. In diesem frisch bepflanzten Bereich in der nordwestlichen Ecke des Schulgeländes fand am Mittwochvormittag ein Gartentag an der Fraulauterer Gemeinschaftsschule statt.

Dabei schufen rund 75 Schülerinnen und Schüler einen ungewöhnlichen Schulgarten. Der steckt nun in mehreren Hochbeeten und etwa 50 hölzernen Obstkisten. Diese Aktion ist ein weiterer Baustein im Konzept für Nachhaltigkeit und Gemeinschaft. Denn „Schule ist auch ein Raum zum Leben“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Cornelia Nauhauser zur Begrüßung. Die höheren Klassen hätten ihren Wandertag, zwei 5er-Klassen sowie eine 6er-Klasse hingegen leisteten ihren Beitrag zur Schulgestaltung. Den Anlass dazu lieferten Baumaßnahmen, weshalb die Pausenfläche nur eingeschränkt nutzbar ist. Als Ausgleich gibt es nun Hege und Pflege sowie Lernen im Schulgarten. Der Kreisbeigeordnete Dietmar Bonner fand es ganz wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, wie Nahrung entsteht, und wie wichtig Insekten dabei sind. „Wir lernen viel über Natur“, zählte der Schüler Ben verschiedene Aspekte auf, „Artenvielfalt, Klimaschutz, nachhaltige Produktion“. Helfe der Mensch den Insekten, machte Lennart deutlich, „dann helfen die Insekten auch uns Menschen“. Die Idee zum Schulgarten in Obstkisten hatten die Lehrerinnen Ira Müller-Kemmer und Anna Busch bei einem Workshop über Nachhaltigkeit. Den Aspekt Ernährung brachte Natalie Sadik ins Spiel, Schulentwicklungsplanerin beim Kreis Saarlouis. „Wir sind Modelllandkreis Bildung und Nachhaltigkeit“, sagte sie. Außerdem ist die Schule seit Jahren als „Nachhaltige Schule“ ausgezeichnet. Spaten steckten am Mittwoch in beinahe schwarzen Haufen an Pflanzerde, in einer Reihe standen bunte Gießkannen zum Wässern bereit. Doch vorher kamen passend eingeschnittene Jutesäcke in die Holzkisten.

Diese Säcke stellte das Café Plaisir in Saarlouis zur Verfügung. „Die alten Obstkisten habe ich im Internet bestellt“, erklärte Busch. Zwei Varianten waren dann möglich: Eine Naschkiste mit Zitronenthymian, Monatserdbeeren, essbaren Blüten und Schnittlauch oder eine Schmetterlingskiste mit Lavendel, Thymian, Oregano und der Heilpflanze Ysop. „Wir machen eine Schmetterlingskiste“, stellten Joana und Marianna dar. Joanna kannte solche Pflanzarbeiten von zuhause, „da machen wir das auf dem Balkon“.

Am Mittwoch kamen vier Pflanzen in jede der Kisten, und ausreichend Wasser. So entstanden in rund zwei Stunden etwa 50 tragbare Kleingärten, jeder an die 40 Kilogramm schwer. Die Bewässerung erfolgt mit Getränkeflaschen, perforiert und mit der Öffnung im weichen Boden. Diese mobilen Pflanzkisten bilden den neuen noch provisorischen Schulgarten, dazu kommen Hochbeete und die Naschhecke. Bei alldem haben das Kreis-Immobilienmanagement und der Schulhausmeister tatkräftig mitgeholfen. Denn das gehört mit zum Konzept, dass verschiedene Ämter und Stellen zusammenarbeiten. Eine Schülergruppe zeigte den früheren Schulgarten gleich links vom Eingang zu Mensa und Schulhof. „Da ist noch ein Bienenhotel“, erzählte Mohammed. Ein neues sei in Arbeit, das wird etwa 1,10 mal 1,40 Meter groß und 15 Zentimeter tief.

 Lennart (links) und Mohammed legen ihren kleinen Garten in einer hölzernen Obstkiste an.

Lennart (links) und Mohammed legen ihren kleinen Garten in einer hölzernen Obstkiste an.

Foto: Bodwing Johannes A.

Durch Flure und über Treppen führten sie zum Raum für Bildende Kunst. Dort wurden Baumscheiben unter Anleitung der Saarlouiser Künstlerin Lioba Amann fantasievoll bemalt. Die bilden später Farbtupfer im Schulgarten. Je Pflanzkiste sind zwei Schülerinnen oder Schüler verantwortlich für Pflege und Wässern. Aber für die Ferienzeit seien auch die Eltern mit im Boot, stellte Anna Busch dar. „Mit dem Bus können die Kinder die Kisten ja nicht transportieren. Deshalb haben wir die Eltern angeschrieben, die holen die Kisten dann mit dem Auto ab.“ Der neue Schulgarten soll später die Mensa einschließen und mitversorgen. Denn die Schülerzahlen steigen an der Martin-Luther-King-Schule. Das ist auch der Grund für die Bauarbeiten, mit denen eine Erweiterung der Schule vorgenommen wird.

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