Stellenabbau in Europa Nicht nur in Saarlouis zückt Ford den Rotstift – auch hier werden Jobs abgebaut

Saarlouis · Der Automobilhersteller Ford hat mit Problemen in Europa zu kämpfen. Sinkende Marktanteile und das Aus für bewährte Verbrennermodelle lassen den Konzern wieder einmal den Rotstift zücken.

 Der Ford Explorer gilt als Hoffnungsträger für den angeschlagenen Konzern. Der vollelektrische SUV wird seit diesem Monat im Kölner Werk produziert. Ob sich damit die Sparzwänge erledigen werden, bleibt abzuwarten.

Der Ford Explorer gilt als Hoffnungsträger für den angeschlagenen Konzern. Der vollelektrische SUV wird seit diesem Monat im Kölner Werk produziert. Ob sich damit die Sparzwänge erledigen werden, bleibt abzuwarten.

Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

In den vergangenen Jahren hat Ford in Europa den Gürtel bereits deutlich enger geschnallt: Teile der Entwicklungsabteilung wanderten in die USA, das Kölner Werk wurde von 20 000 auf 13 000 Beschäftigte geschrumpft und die Produktion in Saarlouis soll Ende 2025 sogar ganz eingestellt werden. Ein Stopp der Sparmaßnahmen ist jedoch nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil.

Vierte Restrukturierung in Köln

Man sei informiert worden, dass es in Köln und an Standorten anderer EU-Staaten ein weiteres Restrukturierungsprogramm geben werde, sagte der Betriebsratschef von Ford Europa, Benjamin Gruschka, der Deutschen Presseagentur in Köln. Laut Gruschka ist es schon das vierte Restrukturierungsprogramm seit 2018. Der genaue Umfang des Stellenabbaus ist noch unklar, diesen wolle das Management erst Ende Juni verraten.

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Foto: Melanie Mai

Betriebsrat Gruschka kritisiert den Autobauer für seine Pläne:. „Anstatt sich auf die Markteinführung der zwei Kölner Elektroautos zu konzentrieren, verursacht das europäische Top-Management mit seiner Ankündigung einer neuen Restrukturierungswelle viel Unsicherheit.“ Man habe gerade erst einen Restrukturierungsplan abgeschlossen und schon folge der nächste. Bei einer Betriebsversammlung am Dienstagmorgen hatte sich das Management nach Angaben des Betriebsrats ferngehalten und damit den Arbeitnehmervertretern überlassen, die schlechte Nachricht zu überbringen.