Festliche Klänge wie zu Bachs Zeiten

Festliche Klänge wie zu Bachs Zeiten

Saarlouis. Nur wenige Komponisten haben es wie Johann Sebastian Bach verstanden, das Geschehen rund um die Geburt Jesu in Musik zu kleiden, die die Herzen der Menschen noch heute anrührt. So war die ausverkaufte Lisdorfer Kirche fast bis auf den letzten Platz besetzt. Mit Bachs weltberühmtem Oratorium läuteten die Musiker das bevorstehende Weihnachtsfest ein

Saarlouis. Nur wenige Komponisten haben es wie Johann Sebastian Bach verstanden, das Geschehen rund um die Geburt Jesu in Musik zu kleiden, die die Herzen der Menschen noch heute anrührt. So war die ausverkaufte Lisdorfer Kirche fast bis auf den letzten Platz besetzt. Mit Bachs weltberühmtem Oratorium läuteten die Musiker das bevorstehende Weihnachtsfest ein. Auf dem Programm standen die Kantaten I bis III und VI aus dem sechsteiligen Zyklus. Prächtige Chöre, Rezitative, Arien und Choräle, die den Gemeindegesang repräsentieren, kennzeichnen das Werk.Adolph Seidel, Dirigent und Chorleiter, wählte die historische Aufführungspraxis, um nah an das Klangerlebnis wie zu Bachs Zeiten heranzureichen. Dies gelang ihm auf meisterliche Art dank seines Vokalensembles VocArt und des Kammerorchesters Baroque Sarrois. Auch die Solisten trugen dazu bei: Anne Kathrin Fetik (Sopran), Florian Cramer (Tenor) und Alexander Lauer (Bariton). Sie gehören ebenso wie Jan Thomer, Altus, der erkrankte, zum "Stammpersonal" von Seidel. Für Thomer sprang die Frankfurter Altistin Anne Bierwirth ein. Im versierten Umgang mit ihrer reifen Stimme brachte sie den ihr zugedachten Part zur größten Vollendung. Doch die anderen Solisten standen ihr in nichts nach. Anne-Kathrin Fetik, die mit hellem Sopran den Engel verkörperte, trug beispielsweise in Begleitung zweier Oboen, Cello, Bass und Orgel ein Duett mit Alexander Lauer vor, das sehr berührte. Hervorragendes leistete ebenso Florian Cramer. Als Evangelist, Verkünder der Weihnachtsgeschichte, fiel ihm der größte und schwierigste Teil zu. Mit viel Empathie wurde er seiner Rolle souverän gerecht. Lauer überzeugte mit seinem runden Bassbariton und geradliniger Interpretation. Das Ensemble VocArt, dem exzellent geschulte Sänger und Sängerinnen des Kammerchors Saarbrücken angehören, hatte das Publikum bereits eingangs in festliche Stimmung versetzt. Die geschliffenen Stimmen in allen Tonlagen, die sanften Einsätze, saubere Übergänge und runde Schlussakkorde sprechen für den gelungenen Vortrag und die perfekte Chorarbeit. Das instrumentale Fundament setzte das Kammerorchester "Baroque Sarrois", das sich erneut bewährt hat. Großes Lob gebührt denjenigen, die solistisch in Erscheinung traten. Standing Ovations für die erstklassige Aufführung.