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„Wir sind Ensdorfer und wollen auch Ensdorfer bleiben“

„Wir sind Ensdorfer und wollen auch Ensdorfer bleiben“

Gestern Morgen in Ensdorf: Könnten sich Bürgerinnen und Bürger vorstellen, dass Ensdorf nach Saarlouis eingemeindet wird? Der Saarlouiser Oberbürgermeister Roland Henz hatte die Möglichkeit in einem Pressegespräch nicht ausgeschlossen.

Eins ließ sich gestern bei der Umfrage in Ensdorf unschwer erkennen: Vor allem Bürger , die bereits die Zusammenlegung ihrer Gemeinde mit dem benachbarten Schwalbach (1974 bis 1982) erlebt haben, können sich für eine erneute Fusion, wenn auch diesmal mit der Kreisstadt Saarlouis nicht erwärmen. Aber es gibt auch Befürworter, die sich von einer möglichen Fusion einiges versprechen.

"Wenn mir irgendwer erklären kann, wie dadurch Geld eingespart werden kann, dann wäre die Zusammenlegung vielleicht eine gute Sache", sagt Ingrid Melchior, die seit 63 Jahren in Ensdorf lebt. "Aber, wenn nicht, dann würde ich viel lieber eigenständig bleiben." Sie verweist auf "schlechte Erfahrungen", die sie in den Jahren der Zusammenlegung mit Schwalbach gemacht habe. "Für alles musste man nach Bous auf das Amt fahren, hier hat man das Rathaus gleich um die Ecke."

Als "einfach schön" würde es Andrea Seer, zugezogene Ensdorferin bezeichnen, wenn ihre Wahlheimat selbstständig bliebe. "Aber das ist eine schwere Frage,und wenn es finanziell für die Gemeinde nicht möglich ist, kann man es nicht ändern", sagt sie.

"Wir sind Ensdorfer und wollen auch Ensdorfer bleiben", halten Anna-Maria Kunkel und Helga Schröder vehement dagegen. Die beiden Damen, die viele Jahrzehnte Ensdorf als ihre Heimat bezeichnen, können es sich partout nicht vorstellen, zukünftig in einem Stadtteil von Saarlouis zu leben. "Was bitte haben wir denn mit Saarlouis zu tun?", fragt Kunkel. "Wir waren froh, als wir von Schwalbach wegkamen, da werden wir doch jetzt nicht zu Saarlouis gehen. Wir wollen hier leben und eines Tages auch in Ensdorf begraben werden", betont Schröder. "Die sollen lieber Ensdorf noch ein bisschen aufpeppen, etwa einen Einkaufsmarkt oder ein Café am Markt eröffnen", ergänzt Kunkel. Damals sei er ein ausgemachter Gegner der Zusammenlegung gewesen, erklärt Hans Luxenburger. "Heute in meinem Alter sehe ich das anders, außerdem werden mich diese Pläne wohl eher nicht mehr betreffen", sagt er. Für Ottilie Stauch-Reuter, die ursprünglich aus Saarbrücken kommt und heute in Ensdorf lebt, wäre es "durchaus vorstellbar, vor allem, wenn dadurch Kosten eingespart werden können".

Einen anderen Aspekt sieht ein Ensdorfer Bürger , der nicht genannt werden möchte. "Ich wäre absolut dafür, dass wir zu Saarlouis kämen. Es würde Ensdorf attraktiver machen. "Vor allem hätten wir auch etwas vom kulturellen Angebot."