Super-Kran packt alles

Ensdorf. Alles ist angehängt, was zusätzlich Gewicht verleiht. Mit dem kompletten Ballast wiegt das stählerne Ungetüm am Kraftwerkskai bei Ensdorf an die 1000 Tonnen. Die waren am Mittwoch auch notwendig, um eine Turbine für das neue Gaskraftwerk bei St. Avold vom Schiff auf Spezial-Transporter zu verladen

Diese Raupe mit dem Kran von Steil in Saarwellingen wartete gestern Nachmittag an der Saar auf eine weitere Gasturbine für St. Avold. Foto: Johannes A. Bodwing.

Ensdorf. Alles ist angehängt, was zusätzlich Gewicht verleiht. Mit dem kompletten Ballast wiegt das stählerne Ungetüm am Kraftwerkskai bei Ensdorf an die 1000 Tonnen. Die waren am Mittwoch auch notwendig, um eine Turbine für das neue Gaskraftwerk bei St. Avold vom Schiff auf Spezial-Transporter zu verladen. Rund 30 Lkw hatten vorher sämtliche Einzelteile des gewaltigen Raupenkrans vor Ort angeliefert. "Wir haben rund zwei Tage lang aufgebaut", stellte René Perlich von der Saarwellinger Firma Steil Kranarbeiten dar. Und dann folgte am Mittwoch die nächste Herausforderung. Das Schiff zu lang, die Fracht fast mittig, und der Kran stand bereits fertig montiert auf Kanthölzern, dick wie Oberschenkel. Diagonal lag die "Parana" in der Saar, nur mit Bug und Heck am Kai. Damit war die rund 200 Tonnen schwere Gasturbine aus Mühlheim noch etwa zehn Meter vom Ufer weg. "Wir müssen jetzt um die 13 Meter Ausleger hinbekommen", so Perlich am Nachmittag. Fast zwei Stunden später hing die Turbine erstmals am Haken, gehalten von vier dicken Stahlseilen. Noch mal eine Stunde danach dröhnten die 420 PS des Krans von Steil, bauten die mächtigen Pumpen den Druck in den Leitungen auf. Dann begann das Verladen im 10 000 Watt Scheinwerferlicht des THW Saarwellingen. Für Donnerstagmorgen standen zwei weitere Teile für das französische Gaskraftwerk an. Am Sonntag werden dann eine Turbine und ein Generator über die Grenze transportiert. Eine Woche später folgt die letzte Turbine. Diese wird bis dahin am Kai zwischengelagert, wofür der Kran einige hundert Meter versetzt werden muss. "Da wären sie zu Fuß schneller", sagt Kranführer Matthias Ferres. "Denn der schafft gerade mal zwei Kilometer pro Stunde." az