Schwimmbadfest : So feiert ein Schwimmbad Geburtstag

Schwimmbadfest : So feiert ein Schwimmbad Geburtstag

Ein Fest schloss den 80. Geburtstag des Freibades in Ensdorf mit seiner ungewöhnlich großen Wasserfläche ab.

Noch ein wenig wolkenverhangen zeigte sich der Himmel am Samstagvormittag über dem Ensdorfer Freibad. Doch selbst das konnte die „Golden Girls“, die Truppe älterer Frauen, die vergangene Woche im Rahmen unserer Umfrage über ihre vielen Erinnerungen und ihre Treue bis heute erzählt hatten, nicht davon abhalten, ihrem Schwimmbad zum runden Geburtstag einen Besuch abzustatten. Schon vor dem Trubel gegen Mittag hatten die Frauen am Morgen im 25,3 Grad warmen Wasser ein paar Bahnen gezogen und auch die obligatorische Flasche Crémant zur Feier des Tages genossen.

Offiziell eröffnet wurden die Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag des Schwimmades durch Ensdorfs Bürgermeister Hartwin Faust. Er unternahm einen kleinen Ausflug in die Historie des Bades, das im Sommer 1938 nach nur neun Monaten Bauzeit in Betrieb genommen wurde. Stolz ist Faust darauf, dass das Ensdorfer Bad als das schönste im Saarland rangiert.

„Wir sind immer bemüht, das Bad instand zu halten, es wird saniert, und die Attraktivität wird gesteigert“, betonte er. Nicht unerwähnt ließ der Verwaltungschef, dass in jedem Jahre eine neue Diskussion um die Schließung angestoßen wird. „So lange es geht, wird das Bad offen bleiben“, verkündete  er die Verpflichtung für die Zukunft des Bades und erhielt von den Gästen dafür viel Beifall.

Erinnerungen an die Eröffnung der rund 60 Meter langen Rutsche weckte Peter Hiery, der die Moderation des Tages übernommen hatte und von Anfang an für gute Laune sorgte. Die Sonne holte unter anderem Silke Richter aus Schaffhausen an den Beckenrand. Sie hatte sofort zugesagt, als die Anfrage kam, ob sie im Rahmen der Feierlichkeiten ein bisschen für Aquafitness sorgen könnte. Besonders freute sie sich am Samstag darüber, dass gleich vier Männer ihren Kommandos zu fetziger Musik folgten. Einer davon war Peter Lay aus Ensdorf. „Das waren sehr ungewohnte Bewegungen, die wir im Wasser machen mussten, aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht“, sagte er. Lay betonte, dass er sich einen Sommer ohne das Ensdorfer Schwimmbad, das er seit 60 Jahren regelmäßig besucht, nicht vorstellen kann.

Nicht ganz so lange ist Silke Richter Fan vom Bad. Seit 2015 bietet die quirlige Frau ihre Kurse in Aqua Jogging und Co an und freut sich über jeden Teilnehmer bei der Gelenk schonenden Sportart. Längst, erklärt sie, ist sie auch privat zur Liebhaberin der großen Wasserfläche in Ensdorf geworden.

Die Größe des Schwimmbeckens hat am Samstagmorgen auch die 15 Jahre alte Lara umgehauen. Auch sie kommt aus Schaffhausen, war auf Einladung der Tauschule Padi-Diving zum ersten Mal im Ensdorfer Freibad. Sichtlich aufgeregt ging es für sie zum ersten Mal mit Sauerstoffflasche, Maske und Flossen unter Wasser. Begleitet wurde sie dabei von Eric Herr. Nach ein paar Minuten stand für das Mädchen fest, dass sie gerne so bald wie möglich wieder untertauchen wollte. Tauchen, das war auch bei der DLRG -Vorführung auf den gegenüberliegenden Beckenseiten angesagt. Hier zeigten Raphael Irsch und Jens Constroffer, wie Personen in Gefahr gerettet werden können.

Raphael Irsch rettet seinen Kameraden Daniel Kuhn - natürlich nur zu Vorführzwecken der DLRG. Foto: Merkel Carolin/Carolin Merkel
Die Band Fooling Around heizt den Gästen am Samstagabend zum Finale des Ensdorfer Schwimmbadfestes nochmal kräftig ein. Foto: Merkel Carolin/Carolin Merkel

Der Nachmittag stand bei Sonnenschein ganz im Zeichen der Spiele am und im Wasser. Hier kamen vor allem die jüngsten Besucher auf ihre Kosten. Am Abend schließlich brachte Livemusik mit der Band Fooling Around die Besucher zum Finale nochmal in Stimmung.

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