"Sicherung des Standortes"

Das an der Saar gelegene Gewerbegebiet in Bous mit dem Stahlwerk im Zentrum bekommt eine eigene Straße. Sie soll den Lkw-Verkehr an Bundesstraßen und Autobahn anbinden.

Bous. Jahrelang, sagte der Bouser Bürgermeister Stefan Louis am Wochenende, habe die Gemeinde "nachgebohrt", bis nun endlich das örtliche Gewerbegebiet eine eigene Zufahrt bekomme. Sie wird das Stahlwerk und weitere 15 Betriebe (zusammen rund 1000 Arbeitsplätze) über den Kreisel am Einkaufszentrum Bous an die B 51 anbinden. Louis: "Die Anbindung ist notwendig zur Sicherung des Industriestandortes Bous."Wirtschaftsminister Heiko Maas hat jetzt zugestimmt und der Gemeinde rund 2,9 Millionen Euro zugesagt. Bislang fahren die Lkw zum Gewerbegebiet durch Bous und Wadgassen. Besonders problematisch ist dabei die steil ansteigende Ausfahrt vom Stahlwerk auf die Saarstraße an der Saarbrücke zwischen Bous und Wadgassen.

Künftig sollen die Lkw über eine Trasse rollen, die auf die B 51 zwischen Bous und Ensdorf führt. Von dort geht es über die B 269 auf die Autobahn A 620 und die B 269 neu zur französischen Autobahn.

Die Maßnahme, die "Planstraße Pulvermühle" heißt, wird rund 5,1 Millionen Euro kosten. Teuer dabei ist eine neue Brücke über die Bahnstrecke Trier-Saarbrücken.

Laut Louis wird das Land die reinen Baukosten (nicht enthalten die Planungskosten) bezuschussen. Die restlichen 30 Prozent der Baukosten werden sich danach die Gemeinde Bous und das Stahlwerk teilen. Für den Bouser Anteil, sagte Louis, sei eine Bedarfszuweisung des Landes denkbar.

Von der Straße wird zusätzlich ein Ast zur Kläranlage am Saarufer führen. Baubeginn soll laut Wirtschaftsministerium 2013 sein. Über den Bau dieser Straße wurde seit fast zehn Jahren diskutiert. Die SPD Bous nannte die Entscheidung für die Straße einen "Meilenstein für die Gemeindeentwicklung". Besonders entlastet wird die Saarstraße zwischen Bous und Wadgassen. Das fällt umso mehr ins Gewicht, weil an dieser Straße auf dem Gelände der früheren Cristallerie das Factory-Outlet-Center "Myland" gebaut wird. Auf Kritik stößt das Vorhaben bei den Bouser Freien Wählern. Die wollten zwar auch eine Umgehungsstraße, sagte ihr Vorsitzender Georg Hähl. Der vorliegende Plan aber löse nicht die Verkehrsprobleme von Bous.

Denn die Lkw führen über die künftige Trasse ja zunächst weiter über die Bundesstraße zwischen Ensdorf und Bous. Das sei angesichts von Erweiterungsplänen des Stahlwerks erheblich. Hähl schlägt daher vor, Abfahrten von der B 269 neu zu nutzen, die ursprünglich für das Kraftwerk Ensdorf gedacht gewesen seien, aber nicht ausgebaut worden seien. Von diesen Abfahrten könne es entlang der Saar zum Gewerbegebiet gehen, sagte Hähl. Zusatznutzen: Das Stahlwerk habe eine direkte Anbindung für die Schiffsanlegestelle, die das Unternehmen dort plane.