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RAG stellt Antrag auf Teilflutung von Bergwerken

Ensdorf. Die RAG hat offiziell den Antrag zur Teilflutung der Gruben Reden und Duhamel bei der Bergbehörde eingereicht. Der Bergbaukonzern will die Pumpen in den ehemaligen Bergwerken des Saarlands abstellen, das Grubenwasser schrittweise steigen lassen und schließlich in die Saar ableiten. Kritiker fürchten Gefahren für Umwelt und Trinkwasser. red

Die RAG hat offiziell den Antrag zur Teilflutung der Gruben Reden und Duhamel bei der Bergbehörde eingereicht. Der Bergbaukonzern will die Pumpen in den ehemaligen Bergwerken des Saarlands abstellen, das Grubenwasser schrittweise steigen lassen und schließlich in die Saar ableiten. Kritiker fürchten Gefahren für Umwelt und Trinkwasser.


Im ersten Schritt, der nun beantragt wurde, soll das Grubenwasser auf 320 Meter unter dem Meeresspiegel ansteigen. Der Grubenwasserspiegel befände sich dann laut RAG immer noch 500 bis 700 Meter unter der Oberfläche und damit in großem Abstand zu Trink- und Grundwasser.

Der Antrag werde nun von den Behörden auf Vollständigkeit geprüft, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Sobald alle erforderlichen Gutachten und Unterlagen vorlägen, würden diese öffentlich gemacht, so ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Sie würden in den betroffenen Gemeinden für die Dauer eines Monats ausgelegt. Jeder, der durch das Vorhaben betroffen sei, könne dann innerhalb von zwei Wochen Einwände erheben. Schließlich folge ein Erörterungstermin. Letzter Schritt sei die Entscheidung des Oberbergamts. Insgesamt sei damit zu rechnen, dass das Verfahren mehrere Jahre dauern werde, so der Sprecher.



Die Grünen im Landtag warfen der Landesregierung und der RAG eine "Salami-Taktik" vor: Es werde an einem stufenweisen Genehmigungsverfahren festgehalten. Dies mache eine abschließende Bewertung der Gefahren, die von einer vollständigen Flutung ausgehen könnten, unmöglich, kritisierte Fraktionschef Hubert Ulrich . Er forderte das Oberbergamt auf, den Antrag der RAG nicht zuzulassen und das Gesamtkonzept durch unabhängige wissenschaftliche Expertisen überprüfen zu lassen.