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Neujahrsempfang der Gemeinde Ensdorf im Bergmannsheim

Neujahrsempfang : Bildung, Finanzen und Wirtschaft im Fokus

Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Ensdorf begrüßte der neue Bürgermeister Jörg Wilhelmy rund 400 Gäste im Bergmannsheim.

Noch wie neu war das Jahr 2020 am Freitagabend. Und schon früh füllte sich gegen 19 Uhr das Bergmannsheim in Ensdorf mit rund 400 Gästen, die der Einladung zum Neujahrsempfang der Gemeinde gefolgt waren. Zum ersten Mal hielt Jörg Wilhelmy die Ansprache. Er ist seit Oktober Bürgermeister der ehemaligen Bergbaugemeinde. Den musikalischen Teil übernahm das Überherrner Jazz-Duo „Billet Doux“.

Frühe Besucher waren schon etwa eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn im Saal des Bergmannsheims. Später zog sich eine lange Menschenschlange vom Eingang bis in den Saal hinein, wo Bürgermeister Wilhelmy zusammen mit Gattin Kerstin die Gäste begrüßte. Darunter waren beispielsweise Vertreter von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk, der Polizei und der beiden großen Kirchen sowie Vertreter von Politik, Wirtschaft und Vereinen.

„Ich hoffe, dass sie mit dem hinter uns liegenden Jahr zufrieden waren“, sagte Jörg Wilhelmy zu Beginn seiner Neujahrsrede und wünschte den Anwesenden für das neue Jahr vor allem Gesundheit und dass gelingen möge, worum sie sich bemühten.

In seinem Rückblick auf 2019, in dem er auch weltweite Ereignisse Revue passieren ließ, erwähnte er unter anderem das Filtergebäude im Schwimmbad, das im Juni kurzfristig zu sichern war. Im August verbesserte im Park hinter dem Rathaus ein neuer Rechen für Treibgut den Hochwasserschutz. Im selben Monat kamen 42 Kinder in die Grundschule. Dort sind jetzt insgesamt 186 Kinder.

Was das Jahr 2020 für die Gemeinde bringen könnte, vermittelte eine Präsentation mit Musik des Duos „Billet Doux“. Die Themen sind unter anderem Familienfreundlichkeit, Begegnungsräume für Jung und Alt, städtebauliche Akzente sowie die Stärkung der Wirtschaftskraft. Gehe es um Projekte und Investitionen, „darf man die Finanzlage nicht aus dem Auge verlieren“, machte der Bürgermeister deutlich. Hier werde die Gemeinde seit 2011 durch die Schuldenbremse gefordert. Zwar sei Ensdorf seit 2017 keine Sanierungsgemeinde mehr. „Aber es bereitet mir durchaus Sorgen, dass uns gegenüber den Vorjahren allein für den kommenden Haushalt 1,6 Millionen Euro an Gewerbesteuer fehlen werden.“ Entsprechend gespannt sei er bezüglich der praktischen Umsetzung des Saarlandpaktes. Wilhelmy begrüßt ihn zwar, doch sieht er darin „kein Allheilmittel zur Überwindung der Finanznot“.

Um mehr daraus zu machen, erfordere dies zwingend „einer Flankierung aus Berlin“. Außerdem müsse das historische Zinstief jetzt endlich genutzt werden. Wilhelmy: „Also bitte weg mit den Daumenschrauben, die uns die Kommunalaufsicht anlegt.“

  Bürgermeister Jörg Wilhelmy bei seiner Neujahrsrede.  Foto: Johannes Bodwing
Bürgermeister Jörg Wilhelmy bei seiner Neujahrsrede. Foto: Johannes Bodwing Foto: Johannes A. Bodwing

Um Ensdorf noch kinderfreundlicher aufzustellen, „gehen wir jetzt in die Planung der Kindergarten-Erweiterung“, sagte Wilhelmy. Kurzfristig werde eine Sanierung des sogenannten Plattenbaus in die Wege geleitet. Langfristig versuche die Gemeinde dies auch für die Erweiterung der Grundschule und der betreuenden Einrichtungen. Der Bürgermeister sagte weiter: „Ich hoffe, dass Bund und Land das Thema Investitionen in Bildung und Betreuung ganz genau so sehen und für eine angemessene finanzielle Unterstützung sorgen.“