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Mit Leidenschaft für die Natur

Mit Leidenschaft für die Natur

Meiko Balthasar arbeitet als Dozent für Kfz-Technik. Doch seine Leidenschaft gilt der Natur. Vor zehn Jahren hat er den Jagdschein gemacht und setzt sich unter anderem für die Erhaltung des Gebietes Nonnenwiese ein.

Er ist ein waschechter Ensdorfer, Naturschutzbeauftragter Meiko Balthasar. "Bis auf meine Studienzeit in Kaiserslautern bin ich Ensdorf immer treu geblieben, schätze vor allem, dass wir zwar stadtnah, aber doch eher ländlich wohnen", sagt der 47-jährige Dozent für Kfz-Technik an der Meister- und Technikerschule der Handwerkskammer. Doch, auch das lässt Balthasar nicht unerwähnt, vermisst er in seiner Heimatgemeinde ein wenig die Natur.

"Wir leben in einer Kulturlandschaft, die unberührte Natur gibt es da kaum noch", sagt er. Dabei war für ihn schon immer sehr wichtig, sich in der Natur aufzuhalten. "Meine Eltern waren begeisterte Camper, ich war sehr oft im Wald unterwegs, mal mit dem Fahrrad, mal zu Fuß", erzählt er aus seiner Kindheit und Jugend.

So kam bei ihm bereits als Kind der Wunsch auf, einen Jagdschein zu machen. "Ich hatte Kontakt mit Jägern, habe bewundert, was man dort alles über die Natur lernen kann", erzählt er. Vor zehn Jahren hat Balthasar sich endlich diesen Kindheitswunsch erfüllt, zur Jagd kommt er aber nur selten. Allerdings, erzählt er, wird er sehr oft gerufen, wenn ein Wildtier angefahren wurde und von seinen Qualen erlöst werden muss. "Das mache ich nicht gerne, doch ich appelliere an alle Autofahrer, wenn sie einen Wildunfall haben, sagen sie Bescheid", betont der Naturschutzbeauftragte.

In den Dialog treten, das will Meiko Balthasar, "aber ich will auf keinen Fall wie ein Blockwart auftreten, sondern appelliere an den gesunden Menschenverstand", sagt er. Vor allem die Hundebesitzer spricht er daher immer wieder an. "Es herrscht seit zwei Jahren eine Leinenpflicht, nicht zuletzt, um die Bodenbrüter zu schützen. Mir gefällt das als Hundeführer zwar auch nicht, aber auf der anderen Seite müssen wir akzeptieren, dass wir bei den wildlebenden Tieren zu Besuch sind", sagt er.

Vor allem um das Gebiet Nonnenwiese kämpft der Naturschutzbeauftragte. "Hier war ursprünglich eine Auenlandschaft. Ich erinnere mich an meine Jugend, als wir dort im Winter Schlittschuh laufen konnten. Leider verbuscht das Gebiet immer mehr", erzählt er. Gegen die Erschließungsstraße zum Stahlwerk Bous durch dieses Gebiet hat sich Balthasar ganz deutlich ausgesprochen, sieht sich in diesen Belangen "als Sprachrohr der Natur".

Wenn sein Telefon klingelt, erzählt er, geht es mal um einen toten oder verletzten Vogel im Garten, mal um den Riesenbärenklau, der auch den Ensdorfern zu schaffen macht oder um eine Baumaßnahme, zu der er eine Stellungnahme abgeben soll. Ein großer Dorn im Auge, sagt er, sind ihm die illegalen Müllablagerungen, die in Ensdorf viele Probleme bereiten. "Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, dass man Müll mit dem Auto transportiert und dann einfach irgendwo wild entsorgt. Dazu gibt es doch den Wertstoffhof", betont er.

Meiko Balthasar war viele Jahre Jugendleiter, später Vorsitzender bei der DLRG Ensdorf , saß 15 Jahre im Gemeinderat, war SPD-Vorsitzender. Seit dem vergangenen Sommer ist er Naturschutzbeauftragter, hat beratene Funktion im Gemeinderat, wenn es um die Natur geht. Sehr gerne, erzählt er, würde er in diesem Jahr mit dem Anlegen einer Streuobstwiese beginnen, um so die Natur ein wenig aufzuwerten. Dazu stehen Nistkästen und Fledermauskästen an den Hochsitzen der Jäger auf seinem Wunschzettel ganz oben.