Mit ihm wird Ensdorf sicherer

Seniorensicherheitsberater ist ein sperriges Wort, und doch wird dies gerade für ältere Menschen immer wichtiger. Als Erster in Ensdorf ist Hans Fels seit Januar dieses Jahres in dieser Funktion ehrenamtlich in der Gemeinde tätig.

"Viele Menschen glauben, einem Verbrecher sieht man an, dass er ein Verbrecher ist. Das ist ein Irrglaube." Darauf weist Hans Fels hin, seit Januar Seniorensicherheitsberater der Gemeinde Ensdorf . Fels sitzt in seiner Wohnung. Draußen liegen Gärten und der Hausberg der Ensdorfer, die Bergehalde. Aber mit dem Ort verbinden ihn auch der Berg- und Hüttenarbeiterverein, zwei Chöre, in denen er mitsingt, der Seniorenclub und zahlreiche andere Vereine. "Ich bin ein typischer Vereinsmeier", sagt er lachend.

Geboren ist er in Schaffhausen, in Ensdorf lebt er seit 47 Jahren. Von dort stammt seine Frau, und dort war auch sein Arbeitsplatz als Bergmann. "Ich bin total in Ensdorf angekommen", sagt er, auch wenn die Kontakte zum Heimatort nicht abgerissen sind. In Ensdorf habe er "gute Freunde gefunden und eine Super-Nachbarschaft".

Aber es habe sich vieles im Laufe der Jahrzehnte in der Gesellschaft verändert. Bankfilialen verschwänden, im Ortszentrum fehlten Einkaufsmöglichkeiten, auch die Vereinslandschaft schwinde. Dazu komme die zunehmende Zahl alter Menschen. "Ich bin ja auch schon alt, ich werde 67." Es gebe Straßen, da lebten ein oder zwei alte Menschen allein im Haus. Dies alles könne zum Sicherheitsproblem werden.

"Denn die älteren Menschen haben vielfach das Bedürfnis nach Kontakten. Das nutzen Verbrecher aus." Dazu kämen riskante Gewohnheiten, wie der große Geldbetrag in offener Handtasche. Oder "wenn jemand sagt, ich lege dir den Schlüssel raus" - Fels kräuselt die Stirn. "Egal ob unter die Fußmatte oder den Blumentopf, das wissen die Gauner doch."

Vorbeugung hält er deshalb für immens wichtig - und etwas mehr gesundes Misstrauen. Damit lasse sich vieles vermeiden. Auch solle man sich nicht verrückt machen, denn "die Gefahr für den Einzelnen ist ja gar nicht so groß".

"In Ensdorf dürfte man mich kennen", sagt Fels als eine Voraussetzung für seine Funktion. Als Bürgermeister Hartwin Faust ihn angesprochen habe, habe er sich ein Wochenende Bedenkzeit gelassen und es auch mit seiner Frau besprochen. Dann mussten einige Funktionen delegiert werden, denn immer mehr Ehrenamt gehe einfach nicht.

Zur Vorbereitung als Seniorensicherheitsberater besuchte er mehrtägige Kurse. Manche Sicherheitsmaßnahmen kosten schon etwas Geld. "Aber ich habe zwei mal Wohnungen nach einem Einbruch gesehen. Da waren alle Schubladen rausgerissen, alles verstreut. Und was, wenn Sie sich nach einem solchen Einbruch in Ihrer eigenen Wohnung nicht mehr sicher fühlen?" Wer sich die Schwachstellen im Haus klar mache, könne seine Sicherheit schon erheblich verbessern. "Wenn ein Einbrecher länger als eine halbe Minute braucht und noch immer nicht drin ist, hört der normalerweise auf."

Man frage ihn bereits, was ein Seniorensicherheitsberater sei. Er sei kein Rechtsberater und kein Hilfsbeamter, erklärt Fels. Er sei ein Bindeglied zwischen älteren Menschen, Polizei , Landkreis und weiteren Organisationen. Ihr Ziel sei es, das Sicherheitsgefühl älterer Menschen zu stärken und hilfreiche Maßnahmen aufzuzeigen. Wenn nötig, in deren Wohnung. Informationen und Tipps gebe es auch im Ensdorfer Nachrichtenblatt. Das könne mit Vorträgen in Vereinen ergänzt werden, und für den 2. Mai sei ein Sicherheitstag im Feuerwehrgerätehaus geplant. All das bereitet er jetzt vor, und "darauf freue ich mich", sagt Hans Fels.