"Man ist hier kein Fremder"

Ensdorf. Die seelsorgerische Verstärkung kam im März 2010 in Person von Franz-Peter Rech. Bis dahin war der im Nachbarort ansässige Dechant Heinz Haser allein für die Pfarreiengemeinschaft St. Peter Bous/St. Marien Ensdorf zuständig."Ich bin nicht der Pastor von Ensdorf", macht Rech deutlich. Als Kooperator ist er eine Art seelsorgerischer Mitarbeiter für Ensdorf und Bous

Ensdorf. Die seelsorgerische Verstärkung kam im März 2010 in Person von Franz-Peter Rech. Bis dahin war der im Nachbarort ansässige Dechant Heinz Haser allein für die Pfarreiengemeinschaft St. Peter Bous/St. Marien Ensdorf zuständig."Ich bin nicht der Pastor von Ensdorf", macht Rech deutlich. Als Kooperator ist er eine Art seelsorgerischer Mitarbeiter für Ensdorf und Bous. Und Haser ist sozusagen Chef im Hause Bous-Ensdorf. Ein großer Teil von Rechs Aufgaben sind Trauerarbeit und Begleitung. "Allein vergangene Woche waren es sechs Beerdigungen." Vor seiner Arbeit in Ensdorf und Bous war Rech Pastor von Theley-Sotzweiler gewesen, mit rund 5000 Katholiken. Bei seiner Ankunft in Ensdorf standen noch Gerüste am Turm der Pfarrkirche, das Pfarrhaus befand sich im Umbau. Eine Wohnung im ersten Stock wurde für ihn hergerichtet, während er im Haus Bergfriede in Bous untergebracht war.

"Ich muss mir etwas Zeit lassen", sagte Franz-Peter Rech 2010, "um die möglichen Strukturen hier zu erfassen." Denn während er es vorher mit kleineren Dörfern zu tun hatte, sind es jetzt zwei industriell geprägte Gemeinden mit etwa 11 000 Katholiken. "Haben Sie sich inzwischen schon eingelebt?", geht die Frage an Rech. Der zögert. Er sei ja auch für Bous mit zuständig, könne also keinen Ort bevorzugen. Also neue Frage und anders formuliert: "Ohne damit Bous abzuwerten, was gefällt Ihnen speziell an Ensdorf?" "Die Bergmannstradition", antwortet er sofort. "Man hält zusammen." Das zeige sich im Vereinsleben, bei den kirchlichen Gremien und der Herzlichkeit der Bevölkerung. "Man ist hier kein Fremder." "Ensdorf besteht eigentlich aus vielen Siedlungen", hat Rech inzwischen festgestellt. Da sei der Bereich am Bahnhof, oder auch der Lauternweg, das Neubaugebiet und der stark gewerbliche Bereich Richtung Bous. Die geographische Klammer bildeten unter anderen die Saar, das Bergwerk und der Wald im Osten.

Kooperator Franz Peter Rech vor der Ensdorfer Pfarrkirche St. Marien. Foto: Johannes A. Bodwing.
Kooperator Franz Peter Rech vor der Ensdorfer Pfarrkirche St. Marien. Foto: Johannes A. Bodwing.

Wenn die Zeit es zulässt, kann Rech seine neue Heimat auch genießen. Dann geht er am Fluss spazieren. Oder er sitzt oben im Pfarrhaus und schaut in Richtung Saar über Ensdorf hinweg. az