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Kraftwerk Ensdorf: Zukunft offen

Kraftwerk Ensdorf: Zukunft offen

Ensdorf. Sie taucht immer wieder auf, die Frage, wie stark der Kraftwerksstandort Ensdorf mit seinen beiden Blöcken 1 (VSE) und 3 (VSE für RWE) gefährdet ist. Block 3 steht derzeit still. Ob und wann er wieder ans Netz geht, hängt vom Strom-Markt ab, wie Lothar Lambertz von der RWE gestern auf Anfrage mitteilte. Block 1 läuft derzeit

Ensdorf. Sie taucht immer wieder auf, die Frage, wie stark der Kraftwerksstandort Ensdorf mit seinen beiden Blöcken 1 (VSE) und 3 (VSE für RWE) gefährdet ist. Block 3 steht derzeit still. Ob und wann er wieder ans Netz geht, hängt vom Strom-Markt ab, wie Lothar Lambertz von der RWE gestern auf Anfrage mitteilte. Block 1 läuft derzeit. Wie viel Strom daraus ins Netz gespeist wird, "steht und fällt mit der Situation der Energie-Börse", so die VSE.Wie schwierig das Stromgeschäft geworden ist, zeigt die Gewerbesteuer in Ensdorf. Zwischen 1990 und 2006 gingen bei großen jährlichen Schwankungen jährlich im rechnerischen Schnitt 830 000 Euro in der Gemeindekasse ein. Seit 2007 kann Ensdorf aus dem Stromgeschäft nur noch 62 000 Euro im Jahresschnitt erwarten (wir berichteten).

Für den Rückgang spielten mehrere Faktoren eine Rolle, erklärte VSE-Pressesprecherin Sabine Koerth. Die Minderung des Steuermessbetrages sei ein Effekt gewesen. Doch ausschlaggebend sei der Markt gewesen. Bei 4,3 Cent pro Kilowattstunde (Stand 2. Juli) liegt derzeit der Einkaufspreis für Strom an der Energiebörse Leipzig - zu wenig, um gewinnbringend zu produzieren? Koerth: "Auch ein Kraftwerksbetreiber muss wirtschaftlich agieren". Die VSE spricht von einem veränderten Markt und von einer Preisentwicklung an der Börse, die maßgeblich zur rückläufigen Produktion im Kraftwerk führten. Auch RWE prüft die Wirtschaftlichkeit seines Blocks in Ensdorf. "Wir hatten dabei bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass wir das Marktumfeld auch angesichts der aktuellen Preisentwicklung als ausgesprochen schwierig einschätzen", sagte Lambertz. Man prüfe "alle Optionen".

In den letzten Jahren sei, trotz schwieriger Lage, investiert worden, wie Koerth erklärte. Zum einen in die Instandhaltung des Kraftwerks. Zugleich sei umgerüstet worden auf Importkohle und eine geänderte Einsatzfahrweise. Dazu sei unter anderem eine neue Umwälzpumpe eingebaut worden, die Leittechnik aktualisiert und eine Revision der Blöcke 1 und 3 durchgeführt worden. "Bis vor einem Jahr haben wir nur saarländische Kohle verstromt", sagte Koerth. Heute werde Kohle weltweit eingekauft.

Anders als im Frühjahr aus Reihen der Belegschaft gemeldet, stehe das Kraftwerk über die Sommermonate nicht still. Block 1 (VSE) speise ein, tagesabhängig von der Börse. Wie es weiter gehen wird? "Die Prüfungen zum Weiterbetrieb dauern an", heißt es. Zu Überlegungen, wonach ein saarländisches Konsortium den Kraftwerksstandort übernehmen könnte, wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

Die Zukunft des Kraftwerkstandortes hänge zudem davon ab, welche Konsequenzen das neue Energiegesetz der Bundesregierung mit sich bringe. "Dazu lässt sich heute noch nichts sagen."