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„Keine Kompromisse“ bei Grubenwasser

„Keine Kompromisse“ bei Grubenwasser

In vielen Gemeinden sind Resolutionen zur Grubenwasserhaltung verabschiedet worden. In seiner Gemeinde sollten die Ratsmitglieder zunächst Gelegenheit zu sachlicher Information haben, erklärte am Donnerstag Ensdorfs Bürgermeister Hartwin Faust. Dazu traf man sich im Bergmannsheim.

PCB beschäftigt Helmut Weiland aus Bous.

Mandatsträger aus Ensdorf und der Nachbargemeinde Schwalbach waren eingeladen, aber auch zahlreiche Bürger hatten sich im Bergmannsheim Ensdorf versammelt, um Informationen zum Grubenwasser zu erhalten und um ihre Sorgen zum Ausdruck zu bringen.

Informationen gab es am Donnerstag von Umweltminister Reinhold Jost , der zusammen mit Bürgermeister Hartwin Faust die Idee zu der Veranstaltung hatte. Zudem standen Vertreter der RAG Rede und Antwort.

Zweifelsohne sei das Thema emotional sehr belastet, Bürgermeister Faust bat um eine sachliche Diskussion. Um die bemühte sich Moderator Rupert Ahrens von der RAG drei Stunden lang fast ausnahmslos mit Erfolg, ließ, wie er versprochen hatte, alle Besucher zu Wort kommen, sorgte für detaillierte Antworten aus dem Podium.

Hier hatten vor allem Michael Drobniewski und Stefan Hager die Aufgabe, sowohl die geplante Vorgehensweise der Flutung in "Phase 1" vorzustellen, als auch die vor allem besorgten Anfragen der Bürger zum Thema PCB und Asbest , auch zu befürchteten weiteren Schäden durch Erschütterungen oder Vernässungen zu beantworten.

Umweltminister Jost sagte den Gästen im Bergmannsheim mehrfach zu, dass es keine Kompromisse zu Lasten der Qualität von Grund- und Trinkwasser geben werde:"Wir im Umweltministerium stellen das Grundwasser an die höchste Stelle, wenn Gefahren nicht ausgeschlossen werden können, wird es keine Genehmigung geben. Das Wasser ist unser oberster Besorgnisgrund".

Bereits 2007 habe man sich ausführliche Gedanken über die Phase des Nachbergbaus gemacht, sagte Uwe Penth, Regionalbeauftragter der RAG. "Auch für die RAG ist es von größtem Interesse, dass Umwelt und Mensch nicht gefährdet werden", betonte er.

Detaillierte Informationen zu den Planungen der Grubenwasserhaltung gab es von Michael Drobniewski. So soll in der so genannten "Phase 1" das Wasser bis auf 320 Meter unter Normalnull ansteigen, das aber mit aller Vorsicht und unter ständiger Kontrolle. "Der Anstieg wird durch Monitoring überwacht, wir können die Flutung jederzeit anhalten, riesige Pumpen stehen zur Verfügung", erläuterte er.

Als ehemaliger Betriebsschlosser ergriff Hans-Georg Abels als erster das Wort, sprach vor allem die "Müllstrecken" in der 14. und 16. Sohle an, sorgte sich um die dort lagernden Fässer. Peter Lay bereiten die Vernässungen Sorge, da Ensdorf der tiefste Punkt sei. Marianne Bollbach sprach Bergschäden am Haus an. Ebenfalls große Sorgen um die Fässer mit PCB und Asbest macht sich Hans-Günther Groß.

Neben der Sorge um die Verunreinigung durch die eingelagerten Giftstoffe machten sich einige Bürger auch Gedanken um das Geld, das die RAG mit dem Anstellen der Pumpen einsparen wird. "Die RAG macht keine Gewinne, die sie den Aktionären ausschütten könnte. Wir sind froh, wenn wir mit den Geldern den Bergbau sauber beenden können, da wird kein Geld übrig sein", betonte Penth.