JUwelier Eckardt aus Ensdorf verkauft synthetische Diamanten

Kostenpflichtiger Inhalt: Schmuck und Ökologie : „Dieser Diamant trifft ethisch den Nerv der Zeit“

Der Ensdorfer Goldschmied Markus Eckardt ist ein Pionier der Schmuck-Herstellung mit synthetischem Diamant.

Der Kauf von Diamantschmuck war schon immer Vertrauenssache, heute aber ist er es mehr denn je. Denn inzwischen hat sich der so genannte synthetische Diamant am Markt etabliert. Die Herstellung wird gern als Züchtung bezeichnet, um eine Parallele zu Zuchtperlen zu assoziieren. Meist wird dieser Diamant in technischen Geräten verwendet, jetzt aber finde er zunehmend Verwendung auch für Schmuck, sagt Goldschmiedemeister und Juwelenfasser  Markus Eckardt aus Ensdorf. Er selbst hat solche Steine eingekauft und will sie ab sofort auch verarbeiten.

Die Qualität, sagt Eckardt, sei mittlerweile so gut, dass synthetische von natürlichen Diamanten praktisch nicht mehr unterschieden werden könnten. „Sie sind wirklich schwer zu identifizeren“, bestätigt die Geschäftsführerin der Stiftung Deutsches Diamant Institut, Jeanette Fiedler. „Deswegen ist das Vertrauen so wichtig.“ In der Branche komme es darauf an, zwischen den synthetischen und den natürlichen Steinen „sauber und eindeutig“ zu unterscheiden.

Eckardt zeigt unter einem speziellen Mikroskop mit 100-facher Vergößerung eine im synthetischen Stein eingelaserte Nummer. Aber die lasse sich eben auch entfernen. Immerhin zeigt ein weiteres, kleines High-Tech-Gerät in seiner Werkstatt mit großer Wahrscheinlichkeit an, ob der Diamant synthetisch ist.

 Eckardt sagt, dass er einer der ganz wenigen Juwelenfasser in Deutschland sei, die den hochwertigen synthetischen Diamant aus den USA beziehen dürfen. „Das hat lange Zeit gebraucht.“ Er bietet zwar weiter herkömmlichen Diamant an, setzt für die Zukunft aber stark auf den synthetischen. In seinem Einsatz dafür sei das „etwas besonderes“, bestätigt Jeanette Fiedler. Ihr sei kein anderer Goldschmied in Deutschland bekannt, der das so entschieden  betreibe. Schmuckgeeignete synthetische Diamanten zu marktgerechten Preisen gebe es noch nicht so lange. „Das ist etwas anderes als die billigeren Diamant-Imitate.“

 Diamant ist Kohlenstoff in ultrakonzentrierter Form, entstanden aus Grafit unter Druck über Millionen Jahre. Der synthetische Diamant wird mit denselben Komponenten „gezüchtet“, bloß blitzschnell und unter viel größerem Druck und heißeren Temperaturen. Ein anderes Verfahren arbeitet mit Plasma.

Im Ergebnis, sagt Eckardt, seien beide Diamant-Arten in allen Eigenschaften und der Struktur identisch. Nur nicht im Preis. „Synthetischer Diamant kostet maximal die Hälfte.“

Das allein macht ihn noch nicht attraktiv.  „Wir sehen synthetische Diamanten nicht als Ersatz für natürliche“, sagt Eckardts Tochter Sophia Eckardt-Lischer, „sondern als eine interessante, umweltfreundliche Alternative“. Denn Menschenrechtsfragen spielten bei seiner Herstellung keine Rolle, anders als immer wieder bei der Gewinnung des Natur-Steines. Auch ökologisch gilt die Gewinnung von Diamanten als oft problematisch. In der klassischen Diamanten-Branche hat sich etabliert, mit so genannten konfliktfreien (Natur-)Steinen zu werben, die unter verträglichen Bedingungen  gewonnen worden seien.

Sophia Eckardt-Lischer sagt: Ein Verlobungsring etwa werde „wohl nie als Wertanlage“ betrachtet. „Die größte Rolle dabei spielen sicher die Emotionen.“ Und da sei der synthetische Diamant im Vorteil, weil er ethisch und ökologisch den Nerv der Zeit treffe, gerade bei Jüngeren. Die Nachfrage, unterstreicht Fiedler vom Diamant-Institut „wird immer größer“.

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