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Gemeinderat
Im Kraftwerk gehen die Lichter aus

Bald ist aller Tage Abend für das Kohlekraftwerk Ensdorf: Am Mittwoch produziert die Anlage an der Saar zum letzten Mal Strom.
Bald ist aller Tage Abend für das Kohlekraftwerk Ensdorf: Am Mittwoch produziert die Anlage an der Saar zum letzten Mal Strom. FOTO: rup
Ensdorf. Wenige Tage vor der letzten Kilowattstunde Strom aus Ensdorf hat die VSE im Gemeinderat Ideen für das Gelände erläutert. Von Carolin Merkel

Am Mittwoch, 20. Dezember, um 20 Uhr, erklärte VSE-Vorstand Gabriël Clemens, wird im Kraftwerk Ensdorf der letzte Strom produziert, danach wird es abgefahren. Seit Sommer ist die Schließung besiegelt, bereits vorher, erläuterte Clemens im Ensdorfer Gemeinderat am Donnerstagabend, habe man sich im Unternehmen Gedanken um die Entwicklung am 53 Hektar großen Standort gemacht. Mit einer ersten Standortkonferenz ist die VSE erstmals mit den Plänen für ein Energie- und Ressourcenzentrum (ERZ) in die Öffentlichkeit gegangen (wir haben mehrfach berichtet).


Mit dem EVS, der eine Biogasanlage auf dem Gelände betreiben will, wurde der erste Investor gefunden. „Wir sind in der Energiewirtschaft unterwegs, können großtechnische Anlagen bauen, wir wollen aber nicht als Grundstücksverkäufer agieren“, erläuterte Clemens. Industrie und Gewerbe wird auf der Fläche nach dem Modell der Erbpacht ansiedeln, einen Verkauf wird es nicht geben. Somit, betonte Clemens, habe die VSE in der Hand, welche Ansiedlungen auf dem Gebiet erfolgen. Das sei nicht zuletzt für die Ensdorfer Bürger wichtig, die ganz besonders in das Verfahren eingebunden werden – „gegen die Akzeptanz der Bürger geht es nicht“, so Clemens.

Der Gemeinderatsmitglieder hatten in ihrer Sitzung über die Teiländerung des Flächennutzungsplanes sowie über das Bebauungsplanverfahren zu beraten und abzustimmen. Von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gab es deutliche Kritik an den vorgelegten Plänen. Auf einem Teil der überplanten Flächen, erklärte Thomas Wilhelm, haben sich wertvolle Biotope entwickelt. „Menschen kann man vielleicht umsiedeln, bei Tieren funktioniert das nicht, sie werden einfach nicht mehr da sein“, gab er zu bedenken.



Biotope mitten im Planungsgebiet zu erhalten, sagte Clemens, nehme ein sehr großen Teil der Flexibilität in der Planung. „Wir werden den Schwalbach umleiten und auf dem Gebiet der Nonnenwies, das wir nicht überbauen, einen wertvollen Ausgleich schaffen“. Clemens betonte, dass die Planung in enger Abstimmung mit dem Umweltministerium erfolgt sei. Dies bestätigte Bürgermeister Hartwin Faust, CDU. Er sprach sich für die Verlegung des Baches aus, der aktuell durch ein künstliches Bett fließe.

Mit drei Gegenstimmen der Grünen wurde sowohl der Flächennutzungsplan in seiner Teiländerung angenommen als auch das Bebauungplanverfahren eingeleitet. Der VSE-Vorstand kann nun die weiteren Planungen eintreten. Spätestens, wenn der Plan rechtskräftig sei, werde es eine zweite Standortkonferenz geben, versprach Clemens.