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Verdienstmedaille
„Helmut Neis hat sich verdient gemacht“

Hartwin Faust und Jürgen Barke (von links) mit dem Ehrenträger Helmut Neis (Mitte).
Hartwin Faust und Jürgen Barke (von links) mit dem Ehrenträger Helmut Neis (Mitte). FOTO: Johannes A. Bodwing
Ensdorf. Ensdorfer erhält die Verdienstmedaille zum Verdienstorden für sein jahrzehntelanges Engagement in vielen Bereichen. Von Johannes Bodwing

Sie sind wie Energiezellen für die Gesellschaft. Die ehrenamtlichen Macher, die Wichtiges auf die Beine stellen und Notwendiges im Laufen halten. So jemand ist Helmut Neis, der für sein jahrzehntelanges Engagement am Mittwochnachmittag die Verdienstmedaille zum Verdienstorden erhielt.


Aus Völklingen stammt er, wo Neis am 1. April 1941 geboren wurde, sagte er im Sitzungssaal des Ensdorfer Rathauses dieser Zeitung. Eine frühe Leidenschaft, die er heute noch ausübt, ist der Chorgesang. „Das war das einzige Hobby meines Vaters. Der war im Kirchenchor.“ Also trat Helmut Neis mit zwölf Jahren in den Kinderchor in Wehrden ein. Nach seinem Umzug nach Ensdorf folgte 1972 der dortige Kirchenchor als neue Sangesstätte. Den Anstoß dazu habe ein Kollege gegeben. „Morgens hatte ich mit dem darüber gesprochen, abends stand schon der Chorleiter vor der Tür.“

Später war Neis Vorsitzender des Chores, in dem er noch heute singt. Außerdem ist er im Klinikchor der Elisabeth-Klinik Mitglied. Lange Jahre förderte er auch die Entwicklung des Kinder- und Jugendchores Ensdorf. Neis ist seit 2008 auch ehrenamtlicher Buchhalter der Musikfestspiele Saar.



Ehefrau Hedwig hat das alles über Jahrzehnte begleitet. „Jetzt wird es ruhiger“, meinte sie, „er ist nur noch in zwei Chören“. Sie freute sich zusammen mit den beiden Söhnen über die hohe Auszeichnung. Denn die Verdienstmedaille des Verdienst­ordens verleiht der Bundespräsident an Personen, „die sich um den Staat verdient gemacht haben“, las Bürgermeister Hartwin Faust vor. „Und Helmut Neis hat sich verdient gemacht.“ Dazu gehöre auch seine 20-jährige Amtszeit als Schiedsmann der Gemeinde Ensdorf. Der geschickte Umgang mit den Kontrahenten habe so manche gerichtliche Auseinandersetzung verhindert und so ein friedliches Miteinander im Ort gewahrt.

Ein weiteres Feld hat Neis mit dem Verein Wirtschafts-Senioren Saarland aufgetan – als Gründer vor gut 17 Jahren und als Vorsitzender seit 2008. Dabei gibt er seine Kenntnisse aus Controlling und Investitions-Management an Firmengründer weiter. Dr. Heino Klingen, Geschäftsführer bei der IHK Saarland, verwies auf über 200 Veranstaltungen, die Helmut Neis hierbei für „IHK-regional“ organisiert hat.

Nach den Terminen habe er als Regionalbeauftragter für Gespräche und Kontakte bereitgestanden. „Sie haben sich entschieden“, sagte Jürgen Barke, Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums, „ihr Wissen zu teilen“. Neis habe sich damit verdient gemacht um die Interessen dieses Landes.

Geholfen habe ihm, dass „die Gemeinde Ensdorf immer ein offenes Ohr dafür hatte“. Aber das alles sei für ihn nicht nur Arbeit gewesen, sagte Helmut Neis, „sondern ein Anliegen“.