Grundschule Ensdorf schreibt an ihren ehemaligen Schüler Peter Altmaier

Bergbau-Erbe : „Das allerletzte Stück Kohle hat geglänzt“

Kinder aus Ensdorf schreiben Bundesminister Peter Altmaier, der dieselbe Schule besucht hat wie sie.

Das Grubengelände Duhamel in Ensdorf und die Ausstellung „Bergbau – das Erbe“ haben Viertklässler aus Ensdorf kürzlich mit ihren Lehrerinnen Carmen Daub und Vanessa Meiers besucht (die SZ berichtete). Wie sie, eine Generation, die den Bergbau im Saarland schon nicht mehr selbst erlebt hat, den Besuch dort empfanden und was sie sich gemerkt haben, haben sie für die Zeitung noch einmal in kleinen Aufsätzen zusammengefasst. Einige Auszüge daraus drucken wir hier ab.

„Wir sind von der Schule aus zur RAG gelaufen“, schildert Clara Haselwanger, „dort wurden wir herzlich mit dem Wort Glückauf begrüßt.“ Vor Ort bekamen alle Kinder ein Eis spendiert, ein Höhepunkt. „Neu gelernt habe ich, dass aus Steinkohle Diamanten werden können“, schreibt das Mädchen noch.

„Ich habe dort gelernt, dass es den Bergbau im Saarland nicht mehr gibt“, berichtet Jana Hweidi, „interessant war, dass die Bergmänner 1000 Meter tief in die Erde runter gefahren sind!“ Ekin Alagöz erzählt: „Das letzte Kohlestück hat mir gut gefallen. Ich habe die Heilige Barbara kennengelernt.“ Die interaktive Ausstellung hat Leyla Sönmez gefallen: „Am besten fand ich die Tablets mit den Bildern der verschiedenen Standorte des Bergbaus. Neu gelernt habe ich, dass Steinkohle tief aus der Erde kommt.“ Und Felix Theobald schreibt: „Am allerbesten war der letzte Kohlebrocken, der auf der Grube hier gewonnen wurde. Ich fand es interessant, wie viele Menschen auf der Grube mitgearbeitet haben. Nebenbei habe ich gelernt, dass aus Torf Braunkohle und danach Steinkohle wird.“

Die 35 Kinder der Grundschule Ensdorf haben mit Werner Schölgens von der RAG im Unterricht den Besuch nachbesprochen, sie erhielten auch kindgerechtes Infomaterial zum Thema Bergbau. In Abstimmung mit den Lehrerinnen hat Schölgens dann im Namen der Kinder einen Brief an den Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, der aus Ensdorf stammt, verfasst und auch abgeschickt. Darin erzählen sie von ihrem Besuch in der Ausstellung und von der Bergehalde. „Die meisten Kinder aus unseren Klassen sind mit der Klasse oder mit den Eltern schon mal hoch gekraxelt. Das ist ganz schön hoch“, heißt es darüber. Und: „Es war cool, als wir das allerletzte Stück Kohle gesehen haben, das hier aus dem Schacht geholt wurde. Das hat richtig geglänzt. Wir haben es mit unseren Handys fotografiert.“ Die Tablets hatten es den Kindern besonders angetan: „Auch die Ausstellung mit der Grubenlampe und den anderen Sachen, die die Bergleute gebraucht haben, haben wir alle auf einem großen Touchscreen alleine ansehen dürfen.“ Von den Ensdorfer Kinder haben viele familiären Bezug zum Bergbau: „Viele von unseren Opas, Uropas oder Onkeln haben hier gearbeitet. Der Herr Schölgens hat gesagt, auch Ihr Vater war hier Bergmann, und dass wir alle stolz auf diese Männer sein können, weil sie Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut haben.“ Der Brief endet mit einer Einladung: Der Bundesminister Altmaier soll doch einmal seine alte Schule besuchen. Die Grundschule in Ensdorf würde sich wünschen, ihren ehemaligen Schüler begrüßen zu dürfen.

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