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Orgeltag
Großer Orgeltag in Ensdorf

Dekanatskantor Andreas Hoffmann an der Ensdorfer Klais-Orgel mit dem interessierten Nachwuchs — sicher ein spannendes Erlebnis für die nächste Musikergeneration. 
Dekanatskantor Andreas Hoffmann an der Ensdorfer Klais-Orgel mit dem interessierten Nachwuchs — sicher ein spannendes Erlebnis für die nächste Musikergeneration.  FOTO: Carolin Merkel
Ensdorf<img class="rteNotetag" title="&lt;ir_note colorindex=42 text=&lt;CMG5 User&gt; (cim&gt;" src="/js/tiny_mce/plugins/irnotes/img/note.png">. Das Konzert zum „Karneval der Tiere“ geriet für die kleinen und großen Besucher zu einem einmaligen Erlebnis. Von Carolin Merkel

Exakt 24 Stufen der überaus schmalen Wendeltreppe in der Pfarrkirche St. Marien in Ensdorf mussten am Sonntagnachmittag bezwungen werden, um dem Geheimnis der vielen Tasten, Register und Pfeifen auf den Grund zu gehen.



Zwar konnten die Konzertbesucher vorab beim „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns die Hände und Füße von Dekanatskantor Andreas Hoffmann an der Ensdorfer Klais-Orgel mittels Videoübertragung auf der Leinwand vor dem Altar verfolgen, doch so ganz nah waren gerade die jüngsten Zuhörer, an die sich das Angebot des Konzerts mit anschließender Orgelbesichtigung richtete, dem imposanten Instrument auf der Empore der Pfarrkirche wohl noch nie.

„Wie viele Pfeifen sind es denn? Wo schaltet man die Orgel an? Was hat die gekostet?“ fragte der zehn Jahre alte Phillip Emmerich aus Bous.

Zusammen mit seiner Schwester, der acht Jahre alten Katie, hatte er sich einen Platz ganz vorne gleich neben Andreas Hoffmann ergattert und fragte ihm die sprichwörtlichen Löcher in den Bauch. Hoffmann antwortete geduldig – und vor allem, das gefiel auch Carlo Emmerich, Vater der beiden aufgeweckten Kinder sehr gut, selbst das Anfassen war nach Absprache erlaubt.

„So etwas hätte ich mir als Kind auch gewünscht. Damals hat man still in der Kirche gesessen und der Orgel zugehört. Selbst sich zur Orgel rumdrehen war aber bereits tabu“, erinnert er sich.



Im Rahmen der bundesweiten Orgeltage hatte sich die Pfarreiengemeinschaft Bous-Ensdorf an der siebten Auflage der Veranstaltung beteiligt. Während der Samstagabend mit einer Orgelnacht in St. Peter in Bous vor allem Hörgenuss für die Erwachsenen bot, wurde am Sonntagnachmittag die Neugier von rund zehn Kindern befriedigt. So erfuhren sie, dass die Orgel in Ensdorf aus dem Jahr 1961 stammt, heute etwa eine Million Euro kosten würde.

Aber auch die Größe der rund 2500 Pfeifen, die Manuale und der Fußraum, „den der Organist ohne hinzuschauen bedienen können muss“, begeisterte den Nachwuchs.

Der harrte übrigens vor der Besichtigung in den Bänken überaus ruhig aus und lauschte den unterschiedlichsten Klängen, die Hoffmann der Orgel entlockte. Mit dem „Karneval der Tiere“ hatte der Organist ein Musikstück ausgesucht, dass sowohl die ganz tiefen als auch die sehr hellen Töne braucht, das mal melancholisch getragen, mal überaus rhythmisch daherkommt. Die Geschichte dazu erzählte auf unnachahmliche Weise Hartmut Godel. Er ließ Kolibris durch die Kirche fliegen, eine in Schleiern umhüllte Elefantenkuh tanzte in der Manege. Schließlich gaben Kängurus aus dem fernen Australien der Waldameise, die eigens vom Ensdorfer Hasenberg angereist war, die Hand. Viel Beifall gab es für das Duo nach dem Konzert, ein dickes Lob von den Eltern für die ausgiebige Besichtigung der Orgel als Zugabe.