Gemeinsam für den Wohnraum

Geeigneten Wohnraum für Flüchtlingsfamilien zu finden, ist für Kommunen nicht immer einfach. Die Gemeinden Ensdorf und Wallerfangen gehen die Aufgabe jetzt gemeinsam an.

Während in Ensdorf der Leerstand von Wohnraum drohte, der frühzeitig zur Unterbringung weiterer Flüchtlinge angemietet worden war, gab es in Wallerfangen Probleme bei der Unterbringung in den Sammelunterkünften Jugenddorf Blauloch und ehemaliges Hotel Maus. "Der drohende Leerstand, der nicht durch das Land refinanziert wird, hätte für uns Kosten in Höhe von 25 000 Euro im Jahr bedeutet", erklärte Ensdorfs Bürgermeister Hartwin Faust am Freitagmorgen im Ensdorfer Rathaus. Dorthin hatte er seinen Amtskollegen Günter Zahn , Bürgermeister in Wallerfangen, eingeladen, um gemeinsam eine Vereinbarung zur interkommunalen Zusammenarbeit im Bereich der Flüchtlingsunterbringung auf den Weg zu bringen. Gerade für Familien , erklärte Zahn, sei die Wohnsituation im Blauloch sehr schwierig gewesen, hätte man dort die Familien trennen müssen. "Aber auch die sanitären Anlagen, die nicht in den Häusern, sondern zentral untergebracht sind, sowie die Nachtspeicheröfen haben uns vor große Probleme gestellt", sagte er.

Während in Ensdorf der Gemeinderat in seiner Oktobersitzung bereits der interkommunalen Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wallerfangen zugestimmt hat, erwartet Günter Zahn nach einem einstimmigen Votum im Ausschuss nun am 13. Dezember die Zusage durch seinen Gemeinderat.

Mit dieser Zusammenarbeit, die auf Kosteneinsparung, vor allem aber auf die "menschenwürdige Unterbringung vor dem Hintergrund einer gelingenden Integration" Wert lege, wie Faust erklärte, helfen sich die beiden Gemeinden gegenseitig. Inzwischen aufgelöst wurden die beiden Sammelunterkünfte in Wallerfangen, sie werden, betonte Zahn, aber weiterhin für eine eventuelle neue Flüchtlingswelle vorgehalten. "Wir sparen durch die Schließung rund 7000 Euro im Monat ein", erklärte er.

Sowohl in Ensdorf als auch in Wallerfangen leben nach dem Umzug von 20 Personen rund 220 Flüchtlinge in der jeweiligen Gemeinde. "Es war uns ganz wichtig, gerade Familien in geeigneten Wohnungen unterzubringen, so kann die Integration am besten gelingen", betonte Zahn. Bei der Kooperation gehe es beiden Verwaltungschefs nicht in erster Linie um den monetären Gewinn, sondern um die Menschen, betonte Faust. Eine Bedarfszuweisung für diese interkommunale Zusammenarbeit, erklärte er, sei beim Land beantragt. "Letztendlich haben wir uns ganz unkompliziert zusammengefunden, unsere Mitarbeiter haben im Vorfeld die Idee entwickelt und am Ende kann sich das Land über Einsparungen freuen", sagte Hartwin Faust .