Fast 1000 neue Hoffnungen

Ein kurzes Gespräch, ein Röhrchen Blut – geschafft. Mit rund 1000 potentiellen Spendern, die sich in Ensdorf registrieren ließen, war die DKMS-Hilfsaktion für die 36-jährige Jennifer aus Schwalbach ein voller Erfolg.

Die Zwischenbilanz zauberte gestern Mittag Christian Werheid von der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ein Lächeln ins Gesicht: Mit mehr als 500 Spendern in gut drei Stunden hatte selbst er nicht gerechnet. "Es ist wirklich eine ganz toll organisierte Aktion, der Raum ist perfekt und die vielen freiwilligen Helfer sind sehr engagiert", erklärte er. Er selbst darf sich als chronisch Erkrankter nicht registrieren lassen - eine Frage, die bereits an der Anmeldung abgeklärt wird.

Das Alter ist wichtig

Dort saßen gestern im Bergmannsheim Ensdorf ab 10 Uhr in zwei Schichten allein 40 Helfer. Neben den Personalien wurden dabei vor allem Medikamente und Erkrankungen erfragt. "Die DKMS spricht alle gesunden Menschen zwischen 17 und 55 Jahren an, in der Kartei bleibt man bis zum 61. Lebensjahr", erklärte Werheid.

Noch viele Jahre dürften also die beiden syrischen Flüchtlinge , Osama Yousef, 28 Jahre, und Saleh Roizkar, 26 Jahre, in der Datei registriert bleiben. Sie waren zusammen mit Christa Beckinger vom Freundeskreis Flüchtlinge Ensdorf zur Typisierungsaktion gekommen. "Wir haben im Rahmen des Deutschunterrichts über die Aktion hier gesprochen und, da die Erkrankte eine untypische Genkonstellation hat, hoffen wir, dass vielleicht von unseren Syrern jemand der passende Spender sein kann", sagte Beckinger.

"Jenny will leben!" - mit diesem Aufruf hatten Freunde und Familie der an Blutkrebs erkrankten 36 Jahre alten Jennifer Erkes aus Schwalbach die gut besuchte Typisierungsaktion organisiert. Auch manch freiwilliger Helfer ließ sich bei Schichtbeginn noch schnell registrieren, etwa Krankenschwester Alexandra Ullis aus Großrosseln, Daniel Reuter von der Rettungswache Schmelz pder Philipp Agné, selbst Arzt und gestern für die Abschlussregistrierung zuständig. Ralf Kiefer aus Picard, ein Cousin von Jenny, ist dagegen schon vor vielen Jahren in die Datei aufgenommen worden. "Bei mir war es auch ein Aufruf zur Spende, damals für einen Spieler des FCS", erinnert er sich. Selbst trägt erst seit gestern Die Registrierung dauerte trotz des großen Ansturms nur wenige Minuten. Nach einem kurzen Gespräch über die Kontrolle ging es zu Blutentnahme: Ein kleines Röhrchen reicht schon. Mit einem guten Gefühl, natürlich auch mit Hoffnung für Jenny und andere Erkrankte, verließen gestern am Ende etwa 1000 neue Besitzer eines vorläufigen DKMS-Spenderausweises das Bergmannsheim in Ensdorf .