Ensdorf schrumpft um drei Hektar

Ensdorf · Der Ensdorfer Rat hat dem Grenzänderungsvertrag mit der Stadt Saarlouis zugestimmt. Demnach würde Ensdorf 2,9 Quadratmeter hochwertige Gewerbefläche erhalten. Im Gegenzug bekäme Saarlouis 6,1 Hektar für den Ostring-Bau.

Mit dem Tausch von Flächen wollen die Gemeinde Ensdorf sowie die Stadt Saarlouis in ihren geplanten Bauvorhaben ein gutes Stück vorankommen. Die Weichen zu einem Tausch, bei dem Ensdorf 29 000 Quadratmeter Fläche von Saarlouis bekommt, dafür 61 000 Quadratmeter an Saarlouis abgibt, wurden am Donnerstagabend im Gemeinderat gestellt. Einstimmig sprachen sich alle Ratsmitglieder für den vorgelegten Grenzänderungsvertrag aus. "Rein zahlenmäßig ist es zwar kein Ausgleich, aber wir bekommen hochwertige Gewerbefläche", erklärte Ensdorfs Bürgermeister Hartwin Faust . Die Flächen, die zukünftig zu Ensdorf gehören sollen, liegen auf dem Bergwerksgelände Duhamel und sollen zukünftig als Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Saarlouis erhält im Gegenzug Flächen, die zum Bau des Ostrings in Stadtteil Fraulautern notwendig sind.

Gebaut werden soll in Ensdorf auch im Bereich Am Schwalbacher Berg/Provinzialstraße, dort soll zur Entlastung der Verkehrssituation ein Kreisverkehrsplatz entstehen. Begrüßt wird der Kreisel, betont Hermann-Josef Flesch, CDU , von seiner Fraktion schon seit Jahren, auch die SPD stimmt, erklärte Frederic Stinnen, der Baumaßnahme zu. Anders dagegen sehen das die Grünen im Gemeinderat. "Hier werden zu viele Gelder verschwendet, es hätte auch billigere Lösungen, die gleich verworfen wurden, gegeben. Zudem wirkt ein Kreisel doch als Einladung, statt der Umgehung lieber die Ortsdurchfahrt zu nutzen", argumentierte Thomas Wilhelm.

Bürgerinfo nach Ferien geplant

Von ihm kam auch der Vorwurf, die Kosten nicht in der öffentlichen Sitzung zu thematisieren. Die sind, wie Faust sagte, kein Geheimnis, lägen bei insgesamt 1,2 Millionen Euro, wovon 400 000 Euro von der Gemeinde aufgebracht werden müssen. Darunter fällt auch der Ankauf eines Gebäudes in der Provinzialstraße, der mit 180 000 Euro zu Buche schlägt und bei zwei Gegenstimmen in die Wege geleitet werden soll. Zur größeren Transparenz, ergänzte Faust, werde es nach den Sommerferien eine Bürgerinformation geben.

Ident-System bleibt noch

Kontrovers diskutiert wurde die zukünftige Regelung mit dem EVS. Während sich SPD und CDU für die Beibehaltung des Ident-Systems beim Restmüll aussprachen, hätten es die Grünen begrüßt, auf das Verwiege-System umzusteigen. "Wir fordern den EVS auf, das Verwiege-System flächendeckend zum günstigen Preis einzuführen", erklärte Wilhelm. Doch noch bleibt es in Ensdorf bei der bewährten Regelung, dafür sprach sich der Rat aus.

Mit der Aufstellung des Bebauungsplans für das Wohngebiet Ensdorf Süd II stellte der Rat zudem die Weichen für Familien, die einen Bauplatz in der Gemeinde suchen.