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Ensdorf erkannte früh die Zeichen der Zeit

Ensdorf erkannte früh die Zeichen der Zeit

Das vergangene Jahr war für die Ensdorfer eines, das für viele Diskussionen gesorgt hat. Die angedachte Grubenflutung und die Idee der Eingemeindung nach Saarlouis sorgten für erhitzte Gemüter.

Ensdorf ist mit dem neuen Rückhaltebecken gewappnet gegen Starkregen. Foto: Johannes A. Bodwing Foto: Johannes A. Bodwing
Flüchtlingsfest auf dem Hasenberg in Ensdorf. Foto: Carolin Merkel Foto: Carolin Merkel

Auch in Ensdorf war eines der prägenden Themen im vergangenen Jahr der Flüchtlingsstrom. Die dezentrale Unterbringung brachte die Mitarbeiter der Verwaltung an ihre Belastungsgrenzen; in der Gemeinde taten sich zudem schon früh ehrenamtliche Helfer zusammen. Der Freundeskreis für Flüchtlinge wurde aus der Taufe gehoben. Erklärtes Ziel der Helfer war und ist es, die Hilfen direkt an den Bedürfnissen der Flüchtlinge zu orientieren. Die syrischen Asylsuchenden dankten diese Unterstützung im September mit einem Fest der Begegnung auf dem Hasenberg.

Für reichlich Diskussionsstoff sorgte im vergangenen Jahr die angedachte Grubenflutung. Bereits im März legte die Fraktion Die Grünen eine Resolution im Gemeinderat vor. Diese wurde mehrheitlich abgelehnt, Grund dafür war die mangelnde Aufklärung zum Thema. Daher lud Bürgermeister Hartwin Faust Umweltminister Reinhold Jost zusammen mit Vertretern der RAG ins Bergmannsheim ein. In einer Informationsveranstaltung, die die Ängste der Bevölkerung aufzeigte, gab es reichliche Informationen.

Nicht nur unter Tage tut sich was, auch auf der Anlage Duhamel soll es nach dem vierten Bürgerforum weitergehen. Architekt Hanno Dutt aus Saarbrücken präsentierte in der Waschkaue im Mai seinen Siegerentwurf zur Gestaltung des Geländes.

Ein weiteres Thema, das Ensdorf schon viele Jahre beschäftigt, ist der Hochwasserschutz rund um den Weiherbach. Hier wurden mit dem Bau des Regenrückhaltebeckens vor allem der Campingplatz und das angrenzende Freibad weiter vor Überflutung geschützt. Das Freibad war in diesem Jahrhundertsommer sehr gut besucht, die anhaltend warme Witterung veranlasste die Verwaltung, die Öffnungszeiten auszudehnen. Den letzten Badetag am 31. August nutzten noch einmal viele Gäste bei herrlichem Sommerwetter.

Für Aufregung nach den Sommerferien sorgte der Saarlouiser Oberbürgermeister Roland Henz, als er eine Eingemeindung Ensdorfs nach Saarlouis nicht ausschloss. Eine Umfrage unter Ensdorfern ergab ein klares Bild: "Wir sind Ensdorfer und wollen es auch bleiben." Dennoch, eine interkommunale Zusammenarbeit, daran will Bürgermeister Hartwin Faust gerne festhalten. Für den Bereich Standesamt gab es aus Saarlouis eine Absage. Ein Gutachten, das zu 100 Prozent vom Ministerium finanziert wird, soll nun 2016 klären, wo eine Zusammenarbeit möglich ist.

Auf den Weg gebracht hat der Gemeinderat Ensdorf im vergangenen Jahr den Bau des Kreisverkehrsplatzes Am Schwalbacher Berg/Provinzialstraße. Der bessere Verkehrsfluss wird auch dem ortsansässigen Gewerbe helfen. Hier machte die Firma Glas Bühler mit dem landesbesten Auszubildenden Lucas Bär von sich reden. Markus Eckardt, Goldschmiedemeister aus Leidenschaft, erhielt für seine Mujodogane-Legierung das lang ersehnte Patent.

Im November war Baubeginn für das Saarpolygon auf der Bergehalde. Die Landmarke soll an die lange Tradition des Bergbaus in der Region erinnern und gleichzeitig in die Zukunft weisen.

Hoffnung gab es im Dezember für die an Leukämie erkrankte Jennifer Erkes. Mehr als 1000 Spender ließen sich am Nikolaustag im Bergmannsheim von der DKMS registrieren - und sind Hoffnung für das Jahr 2016 - für Jennifer Erkes, aber auch all die anderen Menschen, die sehnsüchtig auf den passenden Spender warten.